Ver-piled #10: Solo – A Star Wars Story

Erscheinungsjahr: 2018

Herkunft: U.S.A.

Regie: Ron Howard

Skeptisch. Sehr Skeptisch. Unfassbar Skept… OK, ich denke ihr habt´s kapiert. Als „Solo“ im Mai ins Kino kam, dachte ich darüber wie fast jeder: „Wer braucht dieses Spin-Off?“. Somit bin ich, wie Millionen anderer Menschen, diesem Film fern geblieben. Die Kritiken waren auch eher Mau und so schien mein Entschluss richtig, nicht ins Kino zu gehen. Tja, man macht halt auch mal Fehler.

  • Kein Platz für den kleinen Han

Erinnert ihr euch noch an das Disney-Frühjahr 2018? In wenigen Wochen kamen neue Teile von „Avengers“ und „Jurassic World“ in die Kinos. Die Titel wurden ein voller Erfolg und man hielt es nicht für möglich, aber der große Verlierer an den Kassen war „Star Wars“. Der schlechte Termin, gepaart mit einer Geschichte die nur wenige interessiert hat und den mittelmäßigen Kritiken, wurde dem zweiten „Star Wars“-Spin-Off zum Verhängnis. Wir sprechen hier übrigens von einem 400 Mio. Dollar Box Office Flop. Meine Erwartungen waren also durch Presse, Freunde und der allgemeinen Internet-Meinung, ziemlich gedämpft. Außerdem interessiert es mich einfach nicht, warum Han „Solo“ heißt, wie es der Familie von Chewbacca geht und welche Bedeutung diese blöden Würfel haben. Irgendwer fand diese Fragen bei Disney aber wichtiger als ein Obi-Wan- oder „Old Republic“-Film. Aber hier steht nun mal die „Star Wars“-Marke drauf und somit kam ich nicht drum herum mir „Solo“ anzusehen. Glaubt mir, es hat keinen mehr überrascht als mich selber, aber der Film ist tatsächlich ziemlich gut!

  • „Sol“-ide Unterhaltung

Der Film ist eigentlich eine Reise von Set zu Set. Aber hier wurde der Kreativität wirklich freien Lauf gelassen und der Streifen wirkt durch den Sprung von einem Action-Set zum nächsten wunderbar kurzweilig. In der einen Minute sind wir an der realistischsten Kriegs-Front, die je in einem „Star Wars“-Film gezeigt wurde, dann springen wir auf einen Schnee-Planeten, um einen Zug des Imperiums spektakulär zu befreien, wenige Augenblicke später befinden wir uns auch schon in einer Gefängnis-Rebellion, bevor wir dann am Strand auf unsere Erzfeinde treffen. Die Reise erleben wir nicht nur mit einem gut gespielten Han Solo, sondern auch mit anderen Charakteren, die besonders durch die guten Schauspieler (wie z.B. Woody Harrelson oder Donny Glover) ordentlich Charisma haben. Einzig Emilia Clarke als Solos On/Off-Beziehung hingt da etwas hinterher. Natürlich gibt es auch in diesem „Star Wars“ Humor und Sidekicks, allerdings bei weitem nicht so penetrant wie bei den Filmen der Hauptreihe. Dazu kommt ein sehr guter Score, der die alten Elemente von John Williams wunderbar mit einfließen lässt und auch die Mischung aus CGI-Welten zusammen mit teilweise handgemachten Puppen, wirkt wie aus einem Guss. Als Film ist „Solo“ wirklich obere Blockbuster-Unterhaltung. Kurzweilig, actionreich, mit tollen Charakteren und einer vernünftigen Portion Humor – Was will man mehr? Achja, da war noch die Frage mit der Sinnhaftigkeit des Films.

  • Sternenfilm XY

Warum musste es Han Solo sein? Dieser Film wäre besser ein Auftakt zu einer neuen Science-Fiction-Saga gewesen oder halt irgendeine Story im Universum von „Star Wars“. Aber man brauchte wohl den Namen Solo und damit steht der Film sich in einigen Momenten selbst im Weg. Erklärungen zu Fragen die niemand gestellt hat und Referenzen zu Szenen, die in der Original-Trilogie kaum eine Rolle gespielt haben. „Solo“ sorgt immer dann für herausragende Momente, wenn die „Star Wars“-Lizenz in den Hintergrund rückt. Stellenweise wird hier sogar mehr geliefert, als nur gutes Action-Kino. Ich erinnere da nochmal an die „Kriegs“-Sequenz, die allerdings in ihrem Realismus schon nach 5 Minuten vorbei ist. Der Grund für den ersten Sternen-Flop der Kinogeschichte ist also nicht die Qualität des Films, sondern eher die Entscheider bei LucasFilm und Disney. Für mich ist „Solo“ allerdings eine positive, wenn auch nicht herausragende, Überraschung und gleichzeitig eine neue Hoffnung für das „Star Wars“-Franchise.

SoloAStarWarsStory

6 Comments

  1. Die Leute werden sich das gleiche gefragt haben wie ich: Warum soll ich Geld aus dem Fenster schmeissen? Niemanden interessiert es wirklich, wie Han Solo in jungen Jahren an den Falken oder zu Chewi gekommen ist.

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  2. „gleichzeitig eine neue Hoffnung für das „Star Wars“-Franchise.“

    In dem Fall hat Disney wohl die falschen Lehren aus dem Film gezogen. Werde ihn mir im nächsten Jahr dann endlich mal ansehen, denn die meisten Leute, die ich kenne und ihn gesehen haben, waren wie du positiv gestimmt. Aber die Vorgeschichte, das Marketing, der Trailer und alles um den Film drumherum, dazu die fast direkte Veröffentlichung nach Episode VIII haben dem Film nicht geholfen, Leute ins Kino zu locken.

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    1. Tatsächlich konnte ich im Bekanntenkreis auch kein schlechtes Wort über diesen Film finden. Gut, es wurden sowieso für einen Star-Wars-Film sehr wenige Worte über den Streifen gewechselt 😀
      Disney hat wohl gedacht, dass der Name an sich schon reicht. Aber es gibt relevante Sachen im Universum, die wirklich interessant sind und wo alle nur auf einen Film warten. Hans Nachname gehört nich dazu 😀

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