Review: The Disaster Artist

Review_Disaster

Erscheinungsjahr: 2017

Herkunft: U.S.A.

Regie: James Franco

Studio: Warner Bros. / New Line Cinema

It´s not true…It´s Bullshit…I did naaaht…Oh, Hi Mark. Wer diese Worte kennt, hat bestimmt schon mal den etwas besonderen Film “The Room” gesehen. Traurige Berühmtheit erlangte dieser durch die Tatsache, dass er von vielen als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten betitelt wird. Über die Jahre wurde der Streifen trotzdem (oder gerade deswegen) zum Klassiker und wird bis heute bei Mitternachtsvorstellungen gezeigt. Ganz nach dem Motto:“So schlecht, dass es schon wieder gut ist“. Jetzt hat die Chaostruppe rund um Seth Rogen, James Franco und Co. einen eigenen Film diesem „Meisterwerk“ gewidmet.

  • Es war einmal in L.A.

Der junge und schüchterne Schauspieler Greg (Dave Franco) trifft Ende der neunziger Jahre auf den verrückten Tommy Wiseau (James Franco). Dieser ist ziemlich von sich selbst überzeugt, lebt in den Tag hinein und will auf keinen Fall sagen, woher er kommt oder wie alt er ist. Die beiden freunden sich jedoch direkt an und ziehen zusammen nach L.A. um Schauspieler zu werden. Da beide nicht gerade das größte Talent haben, geht die Karriere nur schleppend voran. Eines Tages beschließen die beiden ihren eigenen Film zu drehen und ein paar Jahre später hat Tommy das Skript zu „The Room“ fertig, bei dem er auch Regie führen und die Hauptfigur spielen will. Sein Kumpel hat während dessen privat mehr Glück und darf die „zweite“ Hauptrolle spielen. Mit einem Millionenbudget (keiner weiß woher das Geld kommt) machen sich die beiden ans Werk. Problem: Tommy hat weder Talent, noch Ahnung vom Medium Film. Das hält ihn aber natürlich nicht davon ab, am Set alles zu bestimmen. Was am Ende herauskommt kann man nicht nur in diesem Film sehen, sondern auch in der realen Welt: Ein furchtbar schlechter, aber deshalb auch sehr unterhaltsamer Film namens „The Room“.

  • Wie du kennst den Film nicht?

In jeder Pore von „The Disaster Artist“ merkt man, das die Beteiligten hier ein „Tribute“ an Tommy Wiseau´s Werk erschaffen wollten. Ob sich die Geschichte genauso zugetragen hat, mag ich zu bezweifeln. Das Endprodukt „The Room“ existiert jedoch und auch die Macher dahinter sind reale, schrullige Persönlichkeiten. Meiner Meinung nach muss man hier in zwei Kategorien unterscheiden: Zuschauer, die „The Room“ gesehen haben und die Story kennen und Zuschauer die beim Kinobesuch zum ersten Mal davon erfahren. Ich habe den Film in der Sneak Preview gesehen und somit waren beide Zuschauer-Arten anwesend und man merkte einen deutlichen Unterschied. Beide Gruppen hatten zwar sehr viel Spaß mit dem Film, aber in großen Teilen geht es um die Chaos-Dreharbeiten. So werden einzelne Szenen teilweise 1:1 nachgestellt. Für alle Kenner der Vorlage ist das ein großer Spaß, für alle anderen sind es jedoch bizarre Einzelszenen. Die zweite Gruppe weiß nämlich nicht, dass das Drehbuch von „The Room“ keinen Sinn macht. Dies wird erst sehr spät im Film aufgegriffen. Noch mehr Kontext bekommt der Zuschauer am Ende des Films, wenn Original und Fälschung nebeneinander zu sehen sind. Somit wird „The Disaster Artist“ für Kenner ein großes Fest, die anderen im Kino haben eher eine mittelmäßige Komödie gesehen. Zumindest entspricht das meiner Erfahrung im Kino.

  • Alles, aber kein Desaster

Ich für meinen Teil, habe „The Room“ vorher gesehen und mich schon seit dem ersten Trailer auf den Film gefreut. Meine Erwartungen wurden dabei voll erfüllt. Humor ist natürlich Ansichtssache und wer Seth Rogen und den Rest der Clique nicht mag, wird auch mit „The Disaster Artist“ seine Probleme haben. Schauspielerisch sind aber alle Akteure fantastisch. Besonders James Franco als Tommy ist einfach großartig, besonders wenn man die Vorlage kennt. Seine „Golden Globe“-Nominierung ist auf keinen Fall unverdient. Ich mag die meisten Filme dieser Truppe (besonders „Das ist das Ende“) und habe mich hier teilweise halb tot gelacht. Von den ganzen Popkultur-Referenzen und Gastauftritten möchte ich gar nicht erst anfangen. Fehler gibt es jedoch genug und man könnte den Film hier auch komplett auseinander nehmen. Besonders die Geschichte driftet oftmals ins kitschige ab. Aber ich hatte eine Menge Spaß und das ist die Hauptsache bei einer Komödie. Wenn ihr die Art des Humors mögt oder/und „The Room“ kennt, dann kann ich „The Disaster Artist“ nur empfehlen.

Wertung – The Disaster Artist – 7,5/10

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