30 Wochen – 30 Filme – Nr.3

Nr.3Fragen

Heute geht es um das komplette Gegenteil der letzten Woche. Während ich vor sieben Tagen noch über meinen absoluten Lieblingsfilm gesprochen habe, geht es heute um puren HASS! Eine andere, jedoch keine leichtere Frage. Aber was heißt überhaupt Hass? Im Kino kann man sehr schnell anfangen zu hassen. Meistens geht es mir so, wenn ein Film versucht, den Zuschauer für dumm zu verkaufen. Ein Problem das viele Hollywood Großproduktionen haben. Ärgerlich ist auch der Moment, wenn man eine Geschichte verfolgt, die man eigentlich schon hunderte Male gesehen hat. Langweilige, effekt-überladene oder zu künstlichere Filme können auch ganz gerne Mal zu großen Hass führen. Mein persönlicher Hassfilm hat irgendwie von allem etwas und macht ihn damit ultimativ „hassbar“. Übrigens habe ich Filme wie z.B. „120 Tage von Sodom“ extra weggelassen, obwohl ich solche Streifen überhaupt nicht mag. Das liegt daran, dass ich über diese Art von Film einfach nicht schreiben will, obwohl sie offiziell als Kunst gilt. Außerdem sind diese Filme eher „schwierig“ oder „kaum aushaltbar“, jedoch habe ich keinen unglaublichen Hass darauf.

  • Ein Erbe mit Füßen getreten

Wenn eine geliebte Filmreihe einen neuen Teil bekommt, ist der Fan naturgemäß nicht nur aufgeregt, sondern auch ziemlich skeptisch. So passiert im Jahre 2012. Da kamen Peter Jackson und Co. auf die grandiose Idee, die kleine Vorgeschichte zu „Herr der Ringe“ zu verfilmen und das Ganze auf drei Teile aufzuteilen. Während „Eine unerwartete Reise“ und „Smaug´s Einöde“ überraschender Weise gar nicht so schlecht waren (beide kamen natürlich nicht an die Original-Trilogie ran), war „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ für mich persönlich eine einzige Katastrophe. Wäre der Film ein 08/15-Fantasy-Streifen, dann würde ich nur dem Ticketpreis hinterher trauern. Leider geht es hier um eine fantastische Filmreihe, prämiert mit mehr als ein Dutzend Oscars und geliebt von Millionen Fans. Doch dann kam der Abschluss der Prequel-Reihe.

  • Die kleinen Probleme

Der Grund warum mir die zwei Teile zuvor gut gefallen haben, ist das Look n´ Feel. Alles fühlt sich noch nach den Original-Filmen an. Die Schauspieler sind gut gecastet, bekannte Figuren kommen sinnvoll vor und auch die Geschichte ist nett anzusehen. Teil 2 endet jedoch mit dem Flug des Drachen auf die Wasserstadt Esgaroth und hat damit eigentlich einen guten Cliffhanger. Blöd nur, dass der große Gegner „Smaug“ (der wirklich super in Szene gesetzt wird) innerhalb weniger Minuten ziemlich unspektakulär stirbt. Dann fängt der eigentliche Film an und der Zuschauer denkt sich nur: Warum hat man das nicht noch im letzten Teil zeigen können. Sowieso ist es natürlich eine dumme Idee, ein kleines Buch auf drei Teile aufzusplitten. Dadurch wirkt alles im dritten Teil sehr gestreckt. Weiter geht es im Film mit den Zwergen im Berg, den restlichen Stadtbewohnern, den Elfen die auf eine Schlacht aus sind und den anrückenden Orks, von denen noch keiner etwas weiß. Also ist doch alles angerichtet, für eine gigantische Schlacht á la „Herr der Ringe“. Naja, der eigentliche Krieg ist zwar das Highlight des Films, aber richtige Spannung kam bei mir null auf. Auch der größte Pluspunkt der Vorgänger wurde drastisch reduziert: Der Hobbit (sehr gut gespielt von Martin Freeman) hatte eine vergleichsweiße kleine Rolle in seinem eigenen Finale.

  • Die großen Probleme

Alles was ich bis jetzt geschrieben habe, ist unschön, nicht so gut gelungen oder ein bisschen ärgerlich. Wären das die einzigen Probleme des Films, wäre ich enttäuscht aus dem Kino rausgegangen, aber nicht voller Hass und Wut. Was mich wirklich stört, ist ein Problem, was ich schon im ersten Absatz kritisiert habe: Den Zuschauer für dumm zu verkaufen. Hollywood liegt mit dieser These falsch, denn viele Zuschauer merken die dummen Entscheidungen der Charaktere oder große Logiklöcher. Hier mal eine Top 3 mit den dümmsten Entscheidungen der Produktion:

  • Platz 3: „Deus Ex Machina“ (also das plötzliche Erscheinen einer Lösung für ein großes Problem) ist hier allgegenwärtig. Beispiel: Wir brauchen etwas um auf einen Hügel zu kommen? Hier sind große Tiere mit denen ihr da hoch springen könnt! Solche Szenen kommen leider sehr häufig vor und das ist einfach schlechtes Storytelling.
  • Platz 2: Ja, mit Logik bei Fantasy anzufangen ist schwierig. Ich bin der Meinung, dass ein Film niemals seine eigene Logik (und die der Welt) verraten darf. „Der Hobbit 3“ macht das leider ständig. Beispiel: Ein Ork, welcher im Eiswasser rückenschwimmen betreibt, ist zwar urkomisch anzusehen, aber nur in einer Persiflage und nicht in einem ernsten Fantasy-Film.
  • Platz 1: Alfrid! Dieser Charakter ist ja nicht unbedingt das riesige Problem. Er soll einfach hinterlistig sein und für den einen oder anderen Lacher sorgen. Allerdings weiß jeder Bewohner der Wasserstadt, was für eine Person Alfrid ist. Keiner würde ihm trauen, außer die Hauptfiguren des Films u.a. Bard und Gandalf. Er bekommt fast die wichtigsten Aufgaben im gesamten Film und ich habe mich immer nur gefragt: Seid ihr eigentlich dumm? Eigentlich sind es mit die intelligentesten Charaktere in der gesamten Saga, nur in diesen paar Szenen haben sie scheinbar ihr Gehirn verloren. Manschen Zuschauern mag das gar nicht aufgefallen sein, mich hat es jedoch enorm gestört.

Ich hoffe, dass ich mein Problem mit „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ ausreichend erklärt habe. Allerdings gehe ich mit dem Streifen genauso um, wie mit dem 2.Teil der Prequel-Reihe von „Star Wars“. Den mag ich auch wirklich nicht, aber die gesamte Reihe liegt mir sehr am Herzen. Somit schaue ich auch die Hass-Teile, wenn ich mal wieder einen „Re-Run“ mache. Auch wenn ich mich, besonders bei dem Hobbit-Finale, oftmals aufregen muss.

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