Review: Assassin’s Creed (Movie)

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Erscheinungsjahr: 2016

Herkunft: U.S.A. / Frankreich

Regisseur: Justin Kurzel

Studio: 20th Century Fox (Ubisoft)

Wow! Kaum ein anderer Film wird gerade so runter gemacht wie die neueste Spieleverfilmung. Als würde in den 116 Minuten das pure Böse stecken. Ich wusste um die schlimmen Kritiken als ich im Kinosessel saß und ich wusste auch, dass mich das Original seit Jahren verloren hat. Also alles keine guten Vorzeichen? Naja, eigentlich schon. Trotzdem wollte ich am Ende nicht das Kino abbrennen um an mein Geld wiederzukommen. Erläuterungen folgen nun in der folgenden Kritik…

  • Das schlimmste kommt zuerst

Fangen wir mal mit der Story an. Achtung, es folgt ein langer Satz: Es geht um einen Apfel (mit der Macht des menschlichen freien Willens), um den jahrhundertelangen Kampf zwischen den Assassinen und den Templern, um die Tragik des Hauptdarstellers Callum Lynch (Michael Fassbender), um die super-tolle Technikfirma „Abstergo“ und ihrer Zeitrückspulmaschine „Animus“, um die Vater-Tochter-Beziehung der größten Nebendarsteller (Marion Cotillard u. Jeremy Irons) usw. und usw. und usw… Ganz ehrlich, vergesst die Geschichte! Man versucht eine tiefgründige Story in einen kompletten Mainstreamfilm reinzuquetschen. Dies gelingt zu keinem Zeitpunkt. Man hat alles versucht und es hat nix funktioniert. Hätte Regisseur Kurzel sich voll auf seine Charaktere konzentriert oder sein ganzes Können auf die Hauptgeschichte rund um den Apfel gelegt, dann wäre der Film schon mal ein ganzes Stück besser. Ersteres gelingt dabei noch weniger. Alle Personen sind unglaublich blass. Egal ob ein Böser oder ein Guter stirbt, es ist mir als Zuschauer völlig egal. Alleine Michael Fassbender bekommt ein bisschen Farbe und er ist auch der einzige Charakter, welcher mehr als zwei Gesichtsausdrücke zeigt. Schade, denn Justin Kurzel hat es in seinem letzten Werk „MacBeth“ deutlich besser hinbekommen. (Da hat ihm allerdings auch Shakespeare die Arbeit abgenommen)

  • Ein Lichtblick

So, genug Hass verbreitet. Assassin’s Creed hatte auch seine positiven Momente. Das beste war ohne Zweifel die Szenen im 15. Jahrhundert. Durch die Wundermaschine „Animus“ kann Callum Lynch in den Körper seines Vorfahren schlüpfen, welcher helfen soll, den geheimnisvollen Apfel zu finden. Natürlich ist das alte Spanien voll von CGI-Effekten und die Kampfszenen sind manchmal etwas zu schnell geschnitten. Trotzdem sind diese Szenen das absolute Highlight. Die Fights sind sehr gut choreographiert und es sind die einzigen epischen Minuten im gesamten Film. Die Optik und das 3D kann man sowieso auf die Pro-Seite legen. Über den etwas zu aufdringlichen Soundtrack lässt sich allerdings streiten. Positiv zu erwähnen ist nochmals die Leistung von Michael Fassbender. Als Figur der Gegenwart versucht der deutsch-amerikanische Schauspieler immer wieder seinem Charakter Tiefgang zu geben. Mal wirkt er verrückt durch die gegebenen Umstände und an anderen Stellen versucht er die gute Seiten zu finden. Übrigens: Über gut und böse muss der Zuschauer nicht lange nachdenken, es wird einem meistens Mitten ins Gesicht gesagt. Wer will auch schon Denken während eines Films (Ironie off). Als sein Vergangenheits-Ich wird Fassbender dann zum „Badass“ und zeigt auch seine physisch starke Form.

  • Beim nächsten mal die Playstation aus

Fällt euch was auf? Die Charaktere schwanken zwischen spannend und langweilig, die komplexe Geschichte wird schlecht erzählt und während der Szenen in der Gegenwart wartet man eigentlich nur darauf, dass der Hauptcharakter wieder in den Animus steigt und die Action weitergeht. Genau! Das (und vieles mehr) sind alles die Stärken und Schwächen der Videospielreihe. Also ist der Film zwar sehr werkgetreu, was in diesem Fall aber eher kein Kompliment ist. Das wichtigste beim Original war immer noch mit Enzio und Co. durch die Stadt zu schleichen, springen, morden usw. Das sieht auf der Leinwand zwar ganz gut aus, dass eigentliche Spielen macht aber deutlich mehr Spaß. Mein Tipp: Als absoluter Fan kann man den Film zwar gerne angucken und damit auch viel Spaß haben. Alternativ kann man aber nochmal den 2.Teil der Videospielserie spielen und hat wahrscheinlich deutlich mehr Spaß. Ganz so schlimm wie die meisten Kritiker sehe ich Assassin’s Creed nicht, denn als Actionfilm kann man den Film wirklich sehr gut ansehen. Vielleicht können die Nachfolger die Fehler dann auch ausgleichen.

Pro:

  • Action im 15. Jahrhundert
  • 3D und CGI- Effekte auf hohem Level
  • Michael Fassbender holt viel aus seiner Rolle aus

Contra:

  • Konfuse Story wird schlecht erzählt
  • 99% der Charaktere bleiben blass
  • Komplett Vorhersehbar

Assassin’s Creed – Wertung – 5,5/10

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