Eine Woche in der Filmhölle: Kim Possible

Die Filmhöllen-Woche endet mit etwas ganz besonderem. Ecce „empfahl“ als Hassfilm den Kim-Possible-Realfilm und ich dachte mir: „Ja, das klingt wirklich wie die wahrgewordene Hölle“. Somit gab es keinen Zweifel, dass dieses Spektakel der Abschluss für die Woche des Hasses sein wird.

Damals auf der Middleton-High

Für alle Leute des älteren Semesters, möchte ich doch kurz auf die Vorlage zu diesem Werk eingehen. „Kim Possible“ ist eine Zeichentrickserie aus den mittleren 00er Jahren. Jeder der damals im Kindesalter war, wird die Folgen der Teenager-Agentin und ihrem duseligen Kumpel Ron kennen. Auch auf Grund von unzähligen Wiederholungen haben sich die Abenteuer und die Figuren zumindest in mein Gehirn gebrannt. Ich habe auch mal zu diesem Zweck ein paar Folgen der Serie mir nochmal angeschaut und muss sagen, dass die ganz gut gealtert ist. Klar, man merkt einfach die Zeit in der die Serie geschrieben wurden ist und mit Sicherheit ist auch eine gehörige Portion Nostalgie beim Schauen dabei, aber das hat alles schon seinen ganz eigenen Charme. Nun bin ich aber nicht hier um über die Serie zu sprechen, sondern um die Realfilmumsetzung von 2019. Schon in den ersten Minuten sieht man, dass das hier nicht dafür gedacht ist, die alten (und jetzt noch älteren) Fans von früher abzuholen, sondern alles für eine neue Generation von Kindern geschrieben wurden ist. Ob der Film für die heutigen Kids funktioniert, kann ich natürlich nicht sagen. Bevor aber jetzt ein Vater oder eine Mutter auf die Idee kommt, den Film mit den Kindern anzuschauen, sei eine kleine Warnung ausgesprochen: Es könnte sein, dass die Kleinen danach euch nie wieder einen Film aussuchen lassen! Und eventuell das Jugendamt informieren…

Impossible Schlecht

Die Realverfilmung von „Kim Possible“ ist Schrott, da führt kein Weg dran vorbei. Ja, die Hasswoche mit einem schnöden Zerriss zu beenden ist langweilig, aber was soll ich denn machen? Hier stimmt echt wenig und deswegen harke ich mal kurz ab, was nicht zur Vollkatastrophe gehört: Der Titelsong, die Schauspielerinnen und Schauspieler (sie sind stets bemüht) und der Anfang, der zwar schon etwas die übertriebene Darstellung des Films vorweg nimmt, aber als Prolog ganz OK funktioniert. Der Rest ist Schrott. Mist. Grütze. Ein Totalausfall. Punkt! Wie gesagt, vielleicht kommt das Alles bei heutigen Kinder ganz gut an und ich komme einfach aus einer anderen Generation, aber man muss es doch schaffen, bei einem Film über eine alte, geliebte Kinderserie zumindest ein paar Nostalgiegefühle auszulösen. Das klappt aber zu keinem Zeitpunkt und ich kann euch auch ganz einfach sagen warum. Die Macher haben sich oberflächlich an der Serie bedient und quasi eine Stichwortliste abgearbeitet, was alles in einem „Kim Possible“-Film drin sein muss. Ja wir haben so gut wie alle Charaktere und Running Gags aus der Serie hier drinnen, aber nur weil man diese wahllos abarbeitet, wird daraus nichts Gutes. Gerade bei den Figuren sieht man es ganz gut: Kim ist eine unsympathische Streberin, Rons einzige Charaktereigenschaft ist Tollpatschigkeit und Computergenie Wade hackt sich in jede Situation ein, so dass er eher wie ein frühreifer Stalker wirkt. Natürlich hatte Kim was streberhaftes, Ron etwas Dümmliches und Wade etwas merkwürdiges, aber da war halt noch ein bisschen mehr dahinter. Auch das Zusammenspiel zwischen den Figuren hat in der Serie viel besser funktioniert, ebenso wie manche Gags die halt im Zeichentrick besser klappen. Was ebenfalls besser im Trickfilm hinhaut, ist die Action bei Teenagern. Ich möchte den jungen Darstellerinnen und Darstellern überhaupt nicht das Talent absprechen, aber für so einen Agentenfilm bräuchte man halt ausgebildete Schauspielerinnen und Schauspieler für eben genau dieses Fach. So müssen es halt die immer selben Grund-Moves richten und der schnelle Schnitt. Dazu kommt noch der Look im gesamten Streifen, der unglaublich plastisch wirkt. Einfach so als wäre alles im Greenscreen oder im Studio gedreht wurden. Ich denke auch mal, dass wenige Leute bei den Dreharbeiten Tageslicht gesehen haben. Jetzt könnt ich noch mit der dümmlichen Geschichte anfangen, die wirklich so wirkt, als wäre einfach das erst beste vom Autorenmeeting genommen wurden. Nicht grottenschlecht, aber da hat so gut wie jede Folge der Originalserie mehr Kreativität geboten. Apropos Serie: Vielleicht könnte der ein oder andere anmerken, dass die Figuren und alles darum nur als Serie funktioniert. Jedoch haben die Macher von damals auch schon mehrteilige Episoden und einen Film gedreht und die waren wunderbar (oder zumindest besser als dieses Werk hier). Alles im allen gilt hier fast das Gleiche, was ich schon bei „Dragon Ball Evolution“ geschrieben habe. Nur mit der minimalen Verbesserung, dass ich zumindest glaube, dass die Beteiligten ein paar Folgen sich angesehen und nicht nur den Wikipedia-Artikel überflogen haben. Viel mehr Arbeit wird da auch nicht reingeflossen sein, sonst wäre CGI-Rufus nicht so, wie CGI-Rufus nun mal ist: Ein merkwürdiges Geschöpf, dass niemals jemand lieb haben wird. Ja, dieser Satz fasst eigentlich auch den ganzen Film gut zusammen.

Das war die Woche in der Filmhölle. Ich hoffe, ihr hattet etwas Spaß mit den Texten zu teilweise echt üblen Filmen. Man sieht sich schon in ein paar Tagen wieder, zur Ankündigung für eine Aktion im Dezember, wo mal wieder Mithilfe in der besinnlichen Zeit gefordert ist von euch. Bis dahin, guckt bitte keinen Film aus dieser Woche.

Die Titel der Filmhöllen-Woche:

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