Eine Woche in der Filmhölle: Jack & Jill

Podcastkollege Benjamin hat mir auch einen Film für diese Höllen-Woche genannt, doch leider war dieser nach 5 Minuten Recherche im frei empfangbaren Internet nicht aufzutreiben. Daher gibt es heute endlich eine Kritik zu einem Film, der mit Sicherheit auch auf seiner absoluten Hassliste steht: Adam Sandlers Opus Magnum „Jack & Jill“!

Mundwinkel hoch!

Meine Erwartungen vor der Sichtung waren einfach und klar. Jeder sagt dieser Film ist kompletter Rotz, er ist Rekordhalter bei der „Goldenen Himbeere“ und allgemein sind die Komödien von Adam Sandler selten von großem Wert. Ich mag zwar „Die Wutprobe“ oder „Little Nicky“, aber auch die haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Allgemein find ich wohl die meisten Sandler-Filme besser als der Großteil. Weitere Beispiele wären „Mr. Deeds“, „Pixels“ oder „Click“. Hier und heute war ich aber pessimistischer. Ich dachte, mich erwarten 90 Minuten lang angereihte Furzwitze, die nur durch das Fremdschamgefühl von Sandlers Doppelrolle abgelöst werden. Aber kleiner Spoiler schonmal: Im gesamten Film gibt es nur eine einzige Szene, die durch Fürze bestimmt wird. Ich finde, da hat sich der gute Adam sehr zurückgehalten. Auch wenn die Szene so lustig ist wie ein Stein am Kieselstrand, gibt es doch Momente, in denen mich der Film zum Lachen gebracht hat. Ja, ich sag es ganz frei heraus: Ich musste bei „Jack & Jill“ ab und zu mal lachen (oder zumindest mal schmunzeln). Wenn Jill zum Beispiel den Oscar von Al Pacino kaputt macht und fragt, ob er dann noch mehr davon hat und Pacino darauf trocken antwortet: „Könnte man meinen, aber nein“. Sorry that´s funny. Auch die Running Gags, wie das indische Kind mit dem Tesafilm und der Obdachlose namens Otto, fand ich ganz gelungen. Ja natürlich sind die Witze platt und komplett austauschbar, verpuffen auch meistens ohne irgendeine Pointe, aber seit wann ist Sandler für tiefgründige Comedy oder Satire bekannt? Ich erwarte von so einem Film, abwechslungsreiche Witzchen, mal in visueller Form, mal ein bisschen bissiger und mal ganz stumpf. Hey, genau das bietet „Jack & Jill“! Auf unterstem Niveau versteht sich, aber es muss ja auch nicht immer die „Die Anstalt“ sein, mal geht auch der „Football in die Eier“.

Nicht zu empfehlen, aber…

Bevor das Ganze hier aber zu verteidigend rüber kommt, sollte ich vielleicht erwähnen, dass der Film natürlich nicht gut ist. Die Story ist zusammen gefriemelt, die Charaktere sind eigentlich alle äußerst nervig, die „emotionalen“ Momente funktionieren gar nicht und ein großes Gagfeuerwerk sollte auch keiner erwarten. Was ich nicht so ganz verstehen kann, ist die Kritik an der Rolle von Al Pacino, die mir eigentlich noch mit am meisten gefallen hat. Natürlich, ich liebe diesen Schauspieler auch einfach, aber er spielt das Ganze vollkommen drüber und herrlich selbstironisch. Ich kann es am Ende kaum selbst glauben, immerhin war „Jack & Jill“ auch in meiner trüben Erinnerung eine Katastrophe, aber tatsächlich fand ich den Film halbwegs unterhaltsam. Den ganzen Hass für den Streifen kann ich also nicht wirklich nachvollziehen, ohne den Film jetzt besser zu reden als er in Wirklichkeit ist. „Jack & Jill“ ist für mich eine durchschnittliche Adam-Sandler-Komödie, der man zwar das Selbe vorwerfen kann wie jedem Comedy-Movie von ihm, aber warum gerade dieser Film so nach unten herausstechen soll, erschließt sich mir persönlich nicht.

Die Titel der Filmhöllen-Woche:

6 Comments

  1. Wie im Podcast gemutmaßt, bist du die eine Person, die noch Gefallen an einem der größten Verbrechen der Menschlichkeit hat. Und wieso ich das bereits vorher wusste, liegt an folgender Anekdote:

    Wir schreiben den 4. November 2011. Marius sitzt in der Phönix-Halle in Mainz und wartet auf den Auftritt von Ilka Bessin als Cindy aus Marzahn. Die Dame kommt auf die Bühne, die Menge jubelt, Marius lacht und gröhlt. Die Halle verstummt langsam, Marius lacht und gröhlt weiter. Klopft sich auf die Schenkel, Tränen sprühen ihm aus den Augen. Die Leute um ihn herum gucken teils belustigt, teils schockiert. Ilka wird auf ihn aufmerksam und will abwarten, bis er aufhört, zu lachen. Doch er hört nicht auf. Selbst der sich ankündigende Muskelkater hält ihn nicht davon ab, sich vor Wiehern auf seinem Stuhl zu krümmen.
    Ilka fragt besorgt: „Alles okay, da hinten? Die Show ist zum Lachen gedacht, aber bislang habe ich noch keinen einzigen Witz gemacht.“
    Marius muss sich anstrengen unter seiner Lachsalve zu antworten: „Ha, ha, ha, ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr.“ Er tritt mit dem Fuß an die Lehne vor ihm. „Schaut mal, wie fett die ist!“

    Gefällt 2 Personen

    1. Du tust mir Unrecht, denn das was du beschreibst ist eher eine typische Melissa McCarthy Komödie und die kann ich wirlich nicht leiden. Adam Sandler ist auch platt, keine Frage, aber immerhin wird nicht der selbe Gag immer und immer wiederholt. Kennste, Kennste?! 😀

      Gefällt 1 Person

      1. Der erste Gag, sobald die eigentliche Handlung beginnt ist, dass jemand Diarrhö hat. Sobald die Schwester auftaucht geht es vornehmlich darum, dass sie schwitzt, fett ist oder schwitzt, weil sie fett ist. Und bzgl. es wird kein Gag wiederholt, darfst du dir ihn gerne nochmal ansehen und nachzählen, wie häufig, jemand hinfällt in diesem Film.

        Aber als Sexistenbrüder im Geiste verstehe ich natürlich, dass es einen Unterschied macht, ob eine Frau eine dicke Frau spielt oder ob ein Mann eine dicke Frau spielt. Im ersten Fall = nervig im zweiten Fall = lustig.

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