Eine Woche in der Filmhölle: The Cloverfield Paradox

Der zweite Tag der Filmhöllen-Woche ist angebrochen! Dieses Mal geht es um einen Film, dessen Existenz mir schon längst wieder entfallen war. Aber da war ja dieser Film im Jahr 2018, der nur mit einem Trailer beim Super Bowl beworben wurde und direkt im Anschluss auf Netflix zur Verfügung stand. Dann schauen wir doch mal, ob der Hassfilm-Status von „The Home of Horn“ gerechtfertigt ist.

Trilogie wider Willen

Ich habe so eine kleine Vermutung, warum jemand diesen Film hasst. Zumindest fiel auch in meinen Kopf an einer Stelle die Zeile „Was ein Schrott“. Aber dazu später mehr, fangen wir ganz vorne an. „The Cloverfield Paradox“ ist der dritte Teil einer Reihe, die etwas sonderbar ist. Der Original-Cloverfield erschien 2008 und ist meiner Meinung ein unterhaltsamer Streifen, der durch seinen Stil aber nicht so gut gealtert ist. Zumindest habe ich wenig Lust mir das Gewackel nach all den Jahren nochmal anzuschauen. Inszeniert hat das damals alles „Planet der Affen“-Regisseur Matt Reeves und produziert wurde das Ganze von J.J. Abrams, dessen Produktionsfirma auch die weiteren Teile zu verantworten hat. Teil Zwei (zumindest wenn man das so sagen kann), war dann für mich eine große Überraschung. Statt wackeliger Kamera, gab es nun einen großartigen John Goodman und einen Bunker, wo drei unterschiedliche Leute miteinander auskommen müssen, ohne zu wissen, was oder ob überhaupt irgendwas „da oben“ auf sie wartet. Für mich überragt „10 Cloverfield Lane“ den Vorgänger um Längen, nur wurde das Ende dermaßen in den Sand gesetzt, dass man nur ungläubig auf den Bildschirm starren konnte. An diese beiden Vorgänger knüpft der dritte Teil nicht im Geringsten an. Nach einer kurzen Einleitung auf der Erde, sehen wir eine Crew auf einer Raumstation. Dort versuchen sie einen Teilchenbeschleuniger über zwei Jahre zum Laufen zu bringen, um die Energiekrise auf der Erde zu lösen. Diese verursacht nämlich so langsam die ersten richtigen Krisen zwischen den Nationen. Als das Teil nun endlich seinen Dienst verrichtet, führt eine Überlastung zur Katastrophe. Die Raumstation befindet sich mitten im All, die Erde ist plötzlich weg und übernatürliche „Dinge“ passieren.

Uuuuund Cut!

Erstmal muss man sagen, dass das Grundszenario durchaus interessant klingt. Während sich die Nationen auf dem Planeten die Köpfe einschlagen, ist eine Crew aus verschiedensten Ländern dabei das Menschheitsproblem zu lösen. Die Spannungen innerhalb der Mitglieder, die persönlichen Geschichten, garniert mit einer Prise Sci-Fi-Horror, laden zu einem unterhaltsamen Filmabend ein. Tatsächlich gibt es auch die kleinen Momente, wo „The Cloverfield Paradox“ überzeugen kann. Da sieht man mal eine Frau, durchbohrt mit Kabeln in der Wand stecken oder ein Wassertank gefriert zu Eis, als er durch die Außenbarriere ins Weltall drückt. Neben den Stellen fürs Auge, kann auch die Story zumindest im Mittelteil mitreißen. Irgendwann wollte ich schon wissen, wie das Ganze hier ausgeht und wie die Leute es schaffen, wieder ihren Planeten zu finden und dabei die internationalen Konflikte innerhalb der Crew umgehen. Aber nur weil ich diese Aspekte interessant finde, heißt das ja noch lange nicht, dass der Film auch seinen Fokus darauf legt. Nein, man hat quasi öfter mal das Gefühl, dass die Macher genau dann von den interessanten Punkten ablenken wollen, wenn mal sowas wie Spannung aufkommt. Dazu kommt noch ein „Twist“, wo der Darstellerin wohl die Regieanweisung gegeben wurden ist: „Spiel mal so, als hättest du was zu verbergen… Perfekt, richtig suspekt!“. Obendrauf kamen dann noch ein paar Klischees aus verschiedensten Genres und eine Parallelhandlung auf der Erde, die wohl zur emotionalen Bindung dienen soll, aber einfach nur von der Raumstation ablenkt. Achja, und dann gibt es da noch das Ende, das fast nochmal die letzten Minuten vom Vorgänger an Blödheit übertrifft. Das Alles wirkt nur angeklatscht und eine Stunde vor Premiere in Microsoft Paint zusammengebastelt. So wird ein durchschnittlicher Sci-Fi-Film, der sich mit einigen Momenten der unterhaltsamen Übernatürlichkeit über Wasser gehalten hat, auf den letzten Metern doch noch ein Reinfall. Schaltet nach dem Action-Finale einfach ab und dann kann ich den Streifen auch mehr oder weniger empfehlen, sofern ihr noch den deplatzierten Verschwörungsdulli am Anfang ignorieren könnt.

Die Titel der Filmhöllen-Woche:

7 Comments

  1. Du hast vergessen zu erwähnen, dass die ganze Chose bei (nicht einmal besonders) genauer Betrachtung überhaupt keinen Sinn ergibt, da es mit der Logik mehr als einmal mächtig hapert. Kausalität hatten die sich beim Verfassen des Skripts nicht gerade auf die Fahnen geschrieben.
    Das verwundert spätestens dann nicht mehr, wenn man erfährt, dass der Film ursprünglich unter dem Titel „God Particle“ gefilmt wurde und dann kurz davor stand, in den Giftschrank von Paramount zu wandern. Doch stattdessen ging er J.J. Abrams in die Finger, der ihn umschnitt, Nachdrehs anberaumte und daraus „The Cloverfield Paradox“ zusammenzimmerte (schon mit „10 Cloverfield Lane“ wurde ähnlich verfahren, nur dort schon in der Vorproduktion).
    Da Paramount immer noch nicht von dem Film überzeugt war, verkloppte man ihn statt eines Kinostarts an Netflix, um wenigstens keinen Verlust zu riskieren. Die schafften es dann tatsächlich, den Film durch die arschteure Superbowl-Werbung noch in einen Erfolg umzumünzen.

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    1. Tatsächlich hat mir das gar nicht so viel ausgemacht mit der Logik 😀 Mein Gehirn hat sich ziemlich schnell verabschiedet. Weniger denken hilft bei diesem Film enorm, schützt aber nicht vor allem 😀

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