Eine Woche in der Filmhölle: Dragon Ball Evolution

Herzlich Willkommen zum ersten Tag der „Filmhölle“! Ihr habt mir eine große Auswahl von euren Hassfilmen geschickt und daraus habe ich nun sieben Streifen des Horrors ausgesucht. Wir fangen direkt auch mit einem Kandidaten an, von dem ich mich jahrelang drücken konnte, doch jetzt wird es endlich Zeit. Ein paar Worte zu „Dragon Ball Evolution“, genannt als Hassfilm von DerStigler.

Teenie Gokus Probleme

Kennt ihr diese Filme zu berühmten, geliebten Franchises, die man sich gar nicht erst angucken muss, um schon zu wissen, dass da der Schuss mächtig im Ofen gelandet ist. „Die Legende von Aang“ ist so ein Beispiel oder auch ein Film, der vielleicht diese Woche noch genannt wird. „Dragon Ball Evolution“ hat ebenfalls einen miserablen Ruf und gerade Fans des Manga / Anime werden nicht Müde, dieses Machwerk tot zu schweigen. Gerne, wirklich sehr gerne, hätte ich euch etwas anderes gesagt, euch einen kleinen Hoffnungsschimmer gegeben, um diesem Film vielleicht doch eine Chance zu geben. Leider kann ich beim besten Willen diese Filmwoche nur mit einem Zerriss starten. Kurz vorab vielleicht ein paar Worte zur „Geschichte“ (= man bemerke bitte die Anführungszeichen). Grob umreist der Film den letzten Ark des Original-Mangas von Akira Toriyama. Oberteufel Piccolo ist nach 2000 Jahren zurückgekehrt und will die Welt erobern. Der Teenager Son Goku macht sich auf dem Weg diesen zu besiegen, nachdem Piccolo seinen Großvater Son Gohan getötet hat. Auf dem Weg trifft er einige Verbündete, darunter die Erfinderin Bulma, die Kämpferin Chi-Chi, den Halunken Yamchu und auch den Meister der Kampfkünste Muten Roshi. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen, nimmt sich der Film zwar viele Elemente aus der Original-Saga, wirft sie jedoch wild zusammen und ändert an komplett unnötigen Stellen etwas ab. Warum ist Goku ein amerikanischer Teenager der nur Frauen im Kopf hat? Warum ist Roshi´s Haus eine Kaschemme in der Stadt? Warum wird Yamchu zum nervigen Sidekick? Fragen über Fragen, die sich aber vielleicht nur Fans stellen. Versteht mich nicht falsch, man kann ja gerne Dinge für die Realverfilmung abändern, aber dann sollten sie doch bitte irgendeinen Sinn ergeben.

Alle gleich enttäuscht

Technisch und atmosphärisch kann man den Film nicht voll und ganz verkloppen. Ja, das Ganze sieht für heutige Verhältnisse richtig übel aus, aber wir sprechen hier von einem Werk aus dem Jahr 2009. OK, „Avatar“ war auch ein Release im Jahr 2009 und sieht um Welten besser aus, aber für die damalige Zeit sind ein paar nette Effekte dabei und andere, die mehr an „Beowulf“ erinnern. Auch manche Schauplätze und Kameraeinstellungen können… naja, ganz nett sein. Damit habe ich auch schon die positivsten Aspekte genannt, denn alles andere ist ein cineastischer Autounfall. Klamotten und Kostüme wirken wie billigste Fanutensilien,  der Score ist komplett belanglos (warum nicht Lizenzmusik aus dem Anime?), die Story verliert ihren roten Faden nach nicht mal 30 Minuten und kriecht dann episodenhaft vor sich hin und jeder Schauspieler bzw. jede Schauspielerin versagt auf ganzer Linie. Leider auch Chow Yun-fat, der zumindest in „Tiger & Dragon“ schon bewiesen hat, dass er auf einem anderen Niveau zuhause ist. Produzent des Ganzen ist Stephen Chow („Kung Fu Hustle“) und tatsächlich könnte man diese Version von „Dragon Ball“ noch als Trash verkaufen. Aber dafür hätte der gute Mann besser selber Regie geführt und die Schraube des Wahnsinns nach oben gedreht. Oder man hat versucht, den Manga / Anime wirklich gut umzusetzen. Dafür schafft man es aber nicht, auch nur eine wichtige Sache der Vorlage halbwegs zufrieden zu gestalten. Der Drache „Shenlong“ ist mickrig, das Goku-Outfit lächerlich und gegen das berühmte Kamehameha wirkt selbst ein Laubbläser wie die größere Gefahr. Kurzum: Der Film ist nichts für Action-Fans, weil Technik und Choreos langweilig wirken. Für Fans lohnt sich ein Blick auch nicht, weil die Vorlage solange verdreht wurde, bis kaum noch was vom Spirit der Vorlage übrig blieb. Einzig hartgesottene „Trash-Fans“ mit einem gesunden Vorrat an alkoholischen Getränken können einen Blick riskieren, aber auch da rate ich eher zu anderen Perlen der großen Geschichte von Filmen, die mit ihrer „Schlechtigkeit“ dann wenigstens noch unterhaltsam wirken können.

12 Comments

    1. Tatsächlich haben beide ähnliche Probleme in der Umsetzung und sind als Realfilme eine Katastrophe. Zum Glück kann man ja bei beiden noch bequem auf die gut gealterteten Original-Serien zurückgreifen. (Dieser Kommentar kommt übrigens auf Wiedervorlage für einen anderen Film diese Woche 😀 )

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