MMM #12 mit „The Ballad of Narayama“ und der Berlinale

Der Februar ist seit einigen Tagen vorbei und natürlich fehlt noch mein monatlicher Rückblick auf die gesehenen Filme. Obwohl ich den Monat direkt mit zwei Kinobesuchen angefangen habe, ging mein Filmkonsum danach rapide zurück. Das lag an der sehr arbeitsreichen zweiten Februar-Hälfte und ich gelobe für den März Besserung!

  • Highlight des Monats

Eigentlich müsste ich an dieser Stelle den Anime-Klassiker „Akira“ nennen, aber der wird schon in der neuen Podcast-Folge genug besprochen. Daher gibt es hier einen anderen Tipp aus Japan: „The Ballad of Narayama“ ist abgedreht, verrückt und hat ordentlich einen an der Klatsche. Gepaart mit einem Look wie in einer Doku über die japanischen Berge, überdrehten Darstellern und ein bisschen Nacktheit, ergibt das Ganze einen ordentlichen Film. Ich persönlich liebe es ja, mich in andere Welten, mit eigenen Regeln und Traditionen, fallen zu lassen. Zur Story: Es geht um das kleine Berg-Dorf Narayama und wir als Zuschauer begleiten die Menschen dort ein ganzes Jahr lang. Dabei gibt es viele kleine Storystränge, welche sich über die verschiedenen Jahreszeiten ziehen. So ist es z.B. ein Gesetz, dass die alten Leute von ihren Kindern auf den „Berg“ gebracht werden um dort zu sterben. Andere Geschichten haben auch Unterhaltungspotenzial. Ein „Fluch“ soll gebrochen werden, in dem die Tochter des Hauses jedem Mann im Dorf eine Nacht schenkt. Eine arme Familie wird dem Diebstahl angeklagt und nach alten Sitten lebendig begraben. Oder auch eine alte Frau, die sich selbst ihre gesunden Zähne ausschlägt, um endlich die Ehre des „Berges“ zu erfahren. Bei den ganzen Verrücktheiten hat der Film selbst eher eine Doku-Optik, mit schönen Landschaftsaufnahmen und einem sehr langsamen Erzähltempo. Wer aber komplett in diese Welt eintauchen kann, wird auch die hohe Laufzeit und die unübersehbaren Längen gut verkraften. Wer mit grotesken Momenten und japanischer Mythologie nicht so viel anfangen kann, sollte jedoch eher Abstand halten.

The Ballad of Narayama

 

  • Enttäuschung des Monats

Wenn ein Film bei einem der großen Filmfestivals der Welt gewinnt, dann weiß man relativ genau, was einem erwartet. Streifen mit Lorbeerblättern aus „Sundance“ sind Indie-Perlen, die Gewinner aus „Cannes“ oder „Venedig“ oftmals künstlerisch wertvoll und die Filme aus Berlin sind… ein Skandal? Tatsächlich ist meine Enttäuschung des Monats kein Film, obwohl „Little Women“ und „Jojo Rabbit“ ordentlich underperformed haben im Februar. In diesem Abschnitt geht es um die „Berlinale“, Deutschlands wichtigstes Filmfest und das einzige mit einem Wert für das internationale Publikum. Ich war persönlich natürlich nicht vor Ort und habe somit keinen einzigen der Streifen gesehen. Es geht mir auch gar nicht um die Qualität der Filme, sondern mehr um die Außendarstellung des Festivals. Nur nach Berichterstattung, Interviews und Kritiken, kommt mir die „Berlinale“ vor, als wäre die gesamte Menge der Cineasten in der Hauptstadt elitär und geil nach Skandalen und Promis. Nichts davon gehört für mich zu einem guten Filmfestival. Es hat mich eigentlich schon die Jahre davor genervt, aber 2020 war es wohl wieder besonders schlimm. Wow, Hillary Clinton ist so gnädig und besucht die Berlinale, bei Film X sind die Leute aus dem Saal gegangen und Film Y ist nicht mehr auszuhalten. Ein Festival, dass für Skandale und Hochglanzbilder von Promis bekannt ist, kann mir persönlich nicht egaler sein. Irgendwo dazwischen sollen wohl auch gute Filme von kleinen Filmemachern gelaufen sein. Darüber wird aber noch gemunkelt… Bin ich alleine mit meinem Eindruck zur „Berlinale“ oder glaubt ihr auch, dass dieses Festival über Jahre jegliche Relevanz verloren hat?

 

  • Filmranking für März 2020:
Platz Filme Wertung Laufzeit (Min) Wo gesehen
1 Akira 4,5 124 Bluray
2 The Ballad of Narayama 4 130 Arte Mediathek
3 Enemy 4 91 Freenet Video
4 Kitbull 4 9 Youtube
5 Hair Love 3,5 7 Youtube
6 Jojo Rabbit 3,5 108 Kino
7 Little Women 3 134 Kino
Schnitt 3,79 Punkte 86,14 Min. Kino: 2
Gesamt 7 Filme 603 Min. Streaming: 4
10 Std. Bluray-Regal: 1

1 Comment

  1. Andere Filmfestivals definieren sich über ihre Filmauswahl (Sundance) oder über ihren Status als Beschleuniger des Oscarrennens (Venedig). Auch die Filmauswahl ist im Vergleich zu den genannten aber auch im Vergleich zu Tellurude oder Toronto einfach nur schwach, wenn in den letzten zehn Jahren zehn sehr gute Filme auf der Berlinale liefen, waren es viele und wenn dann liefen sie nicht einmal im Wettbewerb.

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