Serien, Games, Songs …des Jahres!

Bald ist das Jahr 2019 Geschichte und damit steht wieder die schönste Zeit des Jahres an! In den kommenden Tagen wird es wie gewohnt Rückblicke zu allen möglichen Themen geben. An Neujahr erwarten euch meine Film High- und Lowlights und kurz darauf auch ein kleiner Statistik-Rückblick zu diesem Blog. Erstmals werden hier aber auch andere Medien beleuchtet und damit sind wir schon mittendrin in diesem Beitrag. Was waren meine Lieblinge im Bereich Literatur, Musik, Serien und Games?

  • Bücher

Es war ein extrem schlechtes Jahr für die Literatur dieser Welt. Oder ein extrem gutes. Keine Ahnung, denn ich habe so gut wie keine Bücher gelesen. Insgesamt komme ich auf fünf magere Exemplare, davon sind zwei im Jahr 2019 erschienen. Daher hier meine Top Two der besten Bücher der letzten 365 Tage. Auf Platz zwei befindet sich Bela B.´s „Scharnow“. Ein netter, sehr absurder Roman vom „Ärzte“-Schlagzeuger. Das beste Buch 2019 heißt aber „Herr Sonneborn geht nach Brüssel“. Hier berichtet der Vorsitzende der sehr guten Partei „Die Partei“ über seine letzten 5 Jahre als gewählter Volksvertreter im Parlament der Europäischen Union. Das Werk würde ich nicht einmal als Satire beschreiben, obwohl es der Hauptberuf von Martin Sonneborn ist. Die Realität der Politiker in der belgischen Hauptstadt übertrifft jede ausgedachte Satire. Welcher Politiker wirft mit Schlüsseln nach seinen Angestellten? Wie viel Geld kann man aus seinem Mandat herausschlagen? Wie kann ein tschechischer Monarch nicht die größte Witzfigur in einem Parlament sein? Die Antwort auf diese und weitere Fragen, gibt es in dem mehr als unterhaltsamen Buch. Wähler konservativer Parteien rate ich vom Kauf jedoch ab.

  • Games

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Ich habe deutlich mehr gezockt als noch 2018. Die schlechte Nachricht: Es war kaum ein Game aus dem Jahr 2019 dabei. So hatte ich viel Spaß mit der ersten Erweiterung von „Civilization VI“, habe nochmal „Final Fantasy XV“ durchgespielt und ein paar Runden in „Dark Souls 3“ versenkt. Hätte ich keine Nintendo „Switch“, wären wohl alle Neuerscheinungen an mir vorbeigegangen. So kam ich in den Genuss, auch den neusten Ableger einer Serie zu spielen, die mich seit meiner Kindheit begleitet. „Pokémon Schwert und Schild“ ist mein Spiel des Jahres, obwohl es bei weitem nicht perfekt ist. Grauenhafte Grafik und Performance, der Wegfall von mehr als der Hälfte der liebgewonnen kleinen Monster und eine Story, die erst gar nicht auftaucht und dann ziemlich absurde Ausmaße annimmt. Aber ich habe knapp 80 Stunden schon darein gesteckt, weil dieses Prinzip aus Fangen, Züchten und Kämpfen halt auch im Jahr 2019 noch wunderbar funktioniert.

  • Serien

Auch in dieser Kategorie standen eher alte Werke im Mittelpunkt. Großartige Serien wie „Scrubs“ oder „Avatar“ verdienen zwar jedes Jahr einen Re-run, aber für 2020 sollte ich mir echt auf den Zettel schreiben, mehr aktuellen Kram zu schauen. Ein paar Serien von meiner Watchlist habe ich dann aber doch abgearbeitet. Zu aller erst wäre da natürlich die letzte Staffel „Game of Thrones“ zu nennen. Eine der besten Serien aller Zeiten fand ein sehr abgehetztes Ende. Inhaltlich gehe ich (entgegen der allgemeinen Meinung) mit fast allem mit, aber warum der Aufbau über sieben Staffeln in sechs Folgen so schnell abgearbeitet werden musste, bleibt mit bis heute ein Rätsel. Ebenfalls zu erwähnen ist die unterhaltsame zweite Staffel von „Disenchantment“ und auch der Langzeit-Anime „One Piece“ hat ein gutes Jahr hinter sich. Über allem steht aber im Jahr 2019 „Chernobyl“. Die Mini-Serie aus dem Hause HBO ist wie eine Granate eingeschlagen und hat die Auswirkungen einer Nuklear-Katastrophe wirklich extrem gut rübergebracht. Auch wenn ich nicht von jeder Folge zu 100% überzeugt war, gleichen manche Sequenzen wirklich einem Tritt in die Magengrube.

  • Musik

Ich glaube, ich wiederhole mich. Aber auch hier gilt: Alt vor Neu. Irgendwie habe ich das Gefühl, als Rockmusik-Fan hat man es schwieriger neue Musik zu entdecken. Oder ich bemühe mich zu wenig. Immerhin war ich auf großartigen Konzerten von u.a. „Kiss“, „Greta van Fleet“, „Slipknot“, „Lynyrd Skynyrd“, „Gojira“ oder „Whitesnake“. Aber wieder zurück zur aufgenommen Musik: Laut dem Spotify-Wrapped waren meine meistgehörten Songs 2019: „Come on to me“ (2018) von Paul McCartney, „Money for Nothing“ (1985) von Dire Straits, „When the curtain fall“ (2018) von Greta van Fleet, „Punk“ (2018) von Adam Angst und „Am Strand“ (2001) von Farin Urlaub. Aber auf den sonstigen Plätzen kommen auch Songs aus 2019 vor und daher habe ich mal als Abschluss für diesen Beitrag eine kleine Top 10 der besten Songs aus diesem Jahr zusammengestellt:

Platz 10: „Mathematik“ von Lindemann feat. Haftbefehl

OK, nehmt diesen Platz nicht allzu ernst. Wer diesen Song unironisch gut findet, hat für mich jegliche Musik-Kompetenz verloren. Das dazu gehörige Album „F&M“ ist übrigens auch einen Blick wert, wenn auch der Vorgänger mit großartigen Songs wie „Praise Abort“ deutlich besser war.

Platz 9: „From out of Nowhere“ von Electric Light Orchestra

Der erste Track aus dem gleichnamigen Album sagt schon alles aus, was man über das Schaffen der Band mit so Hits wie „Mr. Blue Sky“ wissen muss. Pure gute Laune mit einem unverwechselbaren Sound, der auch abseits von 70er und 80er Partys funktioniert. Song und Album sind vielleicht keine Meilensteine, aber trotzdem nette Unterhaltung für langweilige Arbeitswege.

Platz 8: „Radio“ von Rammstein

Die zweite Auskopplung aus dem neuen Album der Elektro-Rocker. Erstaunlich brav kommt „Radio“ daher, mit einem ungewöhnlich einfach zu verstehenden Text. Vielleicht wollte die Band aber auch nach „Deutschland“ nochmal eindeutig klar machen, in welche politische Ecke man sie einzuordnen hat.  Ich sage nur: „Schwebe so durch helle Räume, keine Grenzen, keine Zäune“.

Platz 7: „Fists up High“ von Danko Jones

Grundsolider Rock, den man eigentlich immer hören kann. So könnte man die Band, den Song und das dazu gehörige Album „A Rock Supreme“ am besten beschreiben. Keine Offenbarung, aber es muss ja nicht immer komplex und psychedelisch zu gehen.

Platz 6: „Fortune Son“ von The Dead Daisies

Natürlich ist der Song nicht neu, aber das Coveralbum der relativ aktuellen Hard-Rock-Band ist es auf jeden Fall. Das Original von CCR ist schon eine Wucht und wahrscheinlich auch unübertroffen, aber die Australier machen hier einen großartigen Job. Übrigens: Das ganze Coveralbum „Locked and Loaded“ ist zu empfehlen mit den härteren Versionen von z.B. „Revolution“ oder „Helter Skelter“ von den Beatles.

Platz 5: „Tausend Mann und ein Befehl“ von Oomph!

Wer denkt, dass die glorreichen Zeiten nach dem Hit „Augen Auf“ vorbei waren, der irrt. Es hat mich auch überrascht, aber mit ihrem 2019er Album „Ritual“ stand die Band zum ersten Mal auf Platz 1 der Charts. Leider gefallen mir ein Großteil der Songs nicht wirklich, aber „Tausend Mann und ein Befehl“ hat es mir mit seinem Stakkato-artigen Rhythmus, den weichen Melodie-Phasen und der wichtigen Botschaft echt angetan.

Platz 4: „Dead and Gone“ von The Dead Daisies

Zum zweiten Mal ist diese Band in meinen Top 10 vertreten. Dieses Mal kein Coversong, dafür aber eigentlich aus einem Album von 2018. Allerdings veröffentlichten die „Daisies“ in diesem Jahr eine Akustik-Version und darum geht es hier. Stellt euch den Song einfach als unveröffentlichtes Bonusmaterial von „Easy Rider“ vor und schon habt ihr das richtige Feeling.

Platz 3: „Deutschland“ von Rammstein

Kleiner Tipp: Lasst diesen Song nicht zu laut im Auto bei offenen Fenster laufen. Man könnte bei einer gewissen Textzeile an der Ampel stehen und ältere Mitbürger mehr als schockieren. Hab ich auch was zum Lied zu sagen? Naja, eines der besten Musikvideos aller Zeiten, ein fantastischer Auftakt mit immer lauter werdenden Gitarren und Keyboard Klängen und ein Text der beweist, dass Rammstein tatsächlich auch im Jahr 2019 noch schockieren können. Chapeau, Herr Lindemann und Co.

Platz 2: „7empest“ von Tool

Ganz nüchtern betrachtet ist eigentlich dieser Song mein Liebling des Jahres. Früher habe ich Tool immer nur als „schlechteres Pink Floyd“ wahrgenommen. Heute weiß ich: Es ist einfach die Metal-Elektro-Variante meiner Lieblingsband. Bestes Beispiel dafür ist „7empest“. Der geniale Aufbau explodiert in einem mächtigen Gitarren-Riff und im minimalistischen, aber höchst politischen Text. Es ist sperrige, komplexe Musik und das ganze Album „Fear Inoculum“ sprudelt davon über. Nicht einfach, aber wenn man sich rein hört, will man es nie wieder missen. Und nehmt etwas Zeit mit. Allein „7empest“ dauert über 15 Minuten.

Platz 1: „Can´t knock the Hustle“ von Weezer

Das neuste Album der Band, die wahrscheinlich wie keine Zweite für Garage- und College-Rock steht, ist ziemlicher Müll. Da war das Coveralbum aus 2018 um Welten besser, nicht nur durch die bekannte Version von „Africa“. Leider hat mir nur ein Song aus dem 2019er „Black“-Album gefallen, der dafür aber auch umso mehr. „Can´t knock the Hustle“ war mein persönlicher Sommerhit des Jahres. Geiler Rhythmus, einfacherer Mitsingtext und dazu die bekannte Stimme, die immer irgendwie ironisch klingt. Zum Abschluss noch meine Lieblingszeile, die ich immer lauthals mitgröhle: „Higher education is the key to escape, but I never learned to roll a joint“

Ich erstelle nicht extra eine Playlist auf Spotify für 10 Songs, aber ich habe eine Playlist für Rock aus ´18 und ´19, in die ihr gerne einmal reinhören könnt.

8 Comments

  1. Also was Spiele angeht hatte 2019 echt einiges zu bieten. Pokemon war großartig. Ebenfalls gut waren A Plague Tale, Resident Evil 2, Astral Chain, Rage 2 & Links Awakening. 😍

    Unsere Recaps werden als je drei Podcast Folgen im Jänner folgen. Damit die Superbros auch wieder Futter haben. 😁

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    1. Für Links Awakening wollte ich keine 60€ ausgeben, sonst wäre es mit Sicherheit auch hier gelandet. Sekiro, Death Stranding und Disco Elysium hätte ich auch gerne gespielt. Naja, die Games werden ja nicht schlechter wenn man sie 2020 spielt 😀

      Da wird auf jeden Fall reingehört 🙂

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      1. Gut das kann ich verstehen. Es ist aber jeden Euro wert. Sobald es im Sale ist solltest du zugreifen. 🙂

        Sekiro & Death Stranding stehen für 2020 auf meiner Liste neben Life is Strange 2 und einiges mehr. 😍

        Das freut mich sehr. 🙂

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  2. Lindemann feat. Haftbefehl… Ist das echt Till? *hmm*
    Bei der neuen Rammstein – Scheibe gefällt mir die eigene Coverversion von „Was ich liebe“ ausnahmslos gut. Das läuft derzeit fast täglich bei mir 🙂 Da kannst das Original erst recht in die Tonne treten. Das hat mir damals schon nicht gefallen.

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  3. In die Playlist höre ich mal rein, neuer Rock entgeht mir gerne mal. Sonst Serien, da bin ich inzwischen überdrüssig, das kann doch keiner gucken. Da muss ich vom Thema wahnsinnig gehookt sein und das passiert eigentlich nur bei historischen Dingern oder wenn es nah an meiner Lebenswelt ist.

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