MMM #9 mit Dumbo, Paddington und Taxi Driver

Etwas später als sonst, gibt es heute meinen Monatsrückblick für November 2019. Dieses Mal ist auch wieder alles dabei. Aktuelle Streifen aus diesem Jahr, alte und neue Klassiker, eine Doku und ein absoluter Tipp für die Weihnachtszeit. Allerdings gibt es hier kein „The Irishman“. Dazu folgt eine extra Kritik, weil ich neuen Scorsese-Film erst am 01. Dezember gesehen habe.

Kaum einer hat meine Kindheit so geprägt, wie der berühmteste gelbe Meeresbewohner der Welt. Damals war ich auch begeistert vom ersten Kinoabenteuer, aber ist auch „Spongebob Schwammkopf 3D“ von 2015 zu empfehlen? Allgemein ist die Geschichte rund um die Krabbenburger-Geheimformel, welche von einem Piraten (gespielt von Antonio Banderas) gestohlen wird, nicht aufregend oder neu. Auch der 3D-Stil, welcher mit realen Aufnahmen im letzten Drittel gemischt wird, ist nicht jedermanns Sache. Trotzdem bleiben natürlich noch die altbekannten Charaktere, mit ihren blödsinnigen Eigenheiten und eine Welt, die zumindest ich in und auswendig kenne. Auch wenn der Streifen wunderschöne abgedrehte Momente bietet und auch ein paar Gags zünden wie damals, kommt Spongebob wohl nie wieder an die alten Leistungen heran. Taube Nüsschen und David Hasselhoff kann halt so schnell nix schlagen. Wer aber ein unterhaltsames Kinder-Abenteuer mit Blödel-Humor sehen will, kann hier mal einen Blick reinwerfen.

Spongebob Schwammkopf 2

 

Zukünftige Lexika sollten auf der Seite „Feel-Good-Movie“ in Zukunft ein Bild von „Paddington“ haben. Die Story handelt von einem kleinen Bären aus dem dunkelsten Peru, welcher in der britischsten Familie aller Zeiten unterkommt und sich dort gegen eine Museumdirektorin zur Wehr setzten muss. Der kurzweilige Film sprudelt nur so vor Witz, Herzlichkeit und guter Laune. Dabei können übrigens nicht nur die Kleinsten etwas über Menschlichkeit und Nächstenliebe lernen. Ich zitiere Paddington´s Tante: „Die Menschen in Europa werden nicht vergessen haben, wie sie einen Fremden aufzunehmen haben“. Nun, lieber kleiner Bär, sie haben es vergessen und du lehrst ihnen, wie absurd die Angst vor anderen Kulturen ist und wie schwer die Integration sein kann. Das alles natürlich auf eine liebenswerte, lockere Art und Weise. Was „Paddington“ an Spannung fehlt, macht er mit tollen Slapstick-Momenten und viel Charme wieder mehr als weg.

Paddington

 

Zeit für einen Klassiker! 1976 erschuf Martin Scorsese den Film „Taxi Driver“. Ich werde dazu auch kaum Worte verlieren, weil der seinen Platz in den cineastischen Geschichtsbüchern meiner Meinung nach zu Recht hat. Robert de Niro´s Figur Travis Bickle ist ikonisch und die Geschichte rund um den Außenseiter, der es sich irgendwann zur Aufgabe macht, die Stadt auf eigene Hand zu „säubern“ ist spätestens nach „Joker“ auch wieder in aller Munde. Die Kritikpunkte zum Streifen kann ich an einer Hand ablesen. Der Mittelteil verliert etwas an Tempo und die Beweggründe der Hauptfigur lassen sich nur erahnen (was aber immer noch besser ist, als alles einzeln erklärt zu bekommen). Dafür sind alle Schauspieler großartig besetzt, inkl. der sehr jungen Jodie Foster, der Look vom dreckigen New York hat noch bis heute Einfluss und das „Happy End im Blutbad“ ist für mich eines der besten Enden der Filmgeschichte. „Taxi Driver“ ist unheimlich gut gealtert und auch fast 45 Jahre später noch sehr gut anschaubar.

Taxi Driver

 

Ein Doku-Tipp mit guter Musik für zwischendurch? Wie wäre es mit „The Rolling Stones: Olé Olé Olé“. Auch wenn der Name etwas kreativlos ist, kann ich den Film über die Südamerika-Konzertreise einer der größten Rockbands der Geschichte durchaus empfehlen. Gezeigt werden die Städte der Reise, die unterschiedlichen Stones-Communitys und natürlich auch die Konzerte an sich, wo der Zuschauer jeweils eine Song-Performance miterleben darf. Dazu kommen ein paar nette Bilder aus Buenos Aires, Rio de Janeiro oder Mexico City. Auch die vier gutgelaunten Gesichter von Mick Jagger, Keith Richards, Ron Wood und Charlie Watts sind natürlich ständig auf und neben der Bühne präsent. Als Highlight und begleitendes Thema im gesamten Film steht das Abschlusskonzert in Havanna, Kuba. Es ist das erste Konzert einer ausländischen Rockband auf der Insel und komplett gratis für die Bevölkerung. Als Live-Zuhörer weiß ich zwar, wie großartig die Band auch in ihren alten Tagen noch auf der Bühne ist, aber wenn du 50 Jahre darauf warten musst, deine verbotene Lieblingsband zu sehen, muss das für manche Kubaner wirklich ein Feiertag gewesen sein. Man sollte aber auch nicht mehr erwarten als „Gute Laune, gute Musik, gute Bilder“. Wer sich darüber freuen kann, wird nicht enttäuscht.

Ole Ole Ole

 

Ein Kumpel hat sich jetzt einen 4K-Beamer zugelegt. Dieser musste natürlich mit einem großen Action-Film eingeweiht werden und die Wahl fiel auf „The Raid 2“. Leider haben wir den Filter vergessen, der auf allen Bildern drauf lag und somit erkannte man nicht nur jeden Schweißtropfen auf den gestochen scharfen Gesichtern, sondern auch jeden Punkt des „Körner-Effekts“. Naja, egal. Der Film hat natürlich nichts von seiner Ausstrahlung verloren. Auch wenn mir Teil Eins noch mehr gefällt, kann die Fortsetzung mit genialer Action, einer erstaunlich interessanten Geschichte und unzähligen gebrochenen Knochen punkten. Dabei verteilen sich die Highlights (Knast, Autobahn, Küche) auch so gut über die lange Laufzeit, sodass der Film nicht wirklich langweilig wird. Man hat diesen „gleich kommt noch diese eine Szene“-Effekt. Das kann zwar nicht über alle Längen hinweg täuschen und schauspielerisch neigen manche Charaktere zum extremen Over-Acting, aber ganz allgemein ist „The Raid 2“ ein fantastischer Action-Streifen mit den kreativsten Ideen, wie man einen Menschen mit seinen eigenen Händen ins Grab bringen kann.

The Raid 2

 

Kommen wir zum Thema „Disney Remakes“. Anfang des Jahres hat uns Tim Burton die Geschichte von „Dumbo“ noch einmal erzählt. Das hat die Welt zwar nicht gebraucht, aber wo der Name „Burton“ draufsteht, muss ich als Fan natürlich auch mal reingucken. Vom einstigen Meister der Skurrilität ist jedoch wenig übrig geblieben. Ja, der Look ist ganz nett, der Babyelefant mehr als nur süß und Danny DeVito spielt wie immer grandios und charmant. Gibt´s noch mehr zu sagen? Vielleicht noch, dass die Story abgeändert wurde. Auf der einen Seite begrüße ich solche Änderungen, dadurch wirkt das Remake nicht so nutzlos wie etwa „König der Löwen“, aber so wirklich hat das Ganze auch nicht funktioniert. Denn nun sprechen nicht mehr Elefant, Maus und Rabe, sondern zwei nervende Kinder und ihr Superdaddy (Colin Farrell). Da können dann im späteren Verlauf auch die Charaktere von Michael Keaton und Eva Green nichts mehr retten. Ich könnte den Film auch mit einem Wort beschreiben: „O.K.“. Nichts hat mich wirklich gestört, nichts aber auch wirklich unterhalten. Der Film lief so vor sich hin, die Story hatte nicht ansatzweise Spannung zu bieten und am animierten, fliegenden Elefanten habe ich mich auch beim ersten Mal schon satt gesehen. So wurde das „Dumbo“-Remake nicht zu einer Enttäuschung, nicht zu einem Highlight, sondern mir persönlich einfach nur irgendwann egal.

Dumbo

 

Abschließend gibt es noch was auf die Fresse! Das Wrestler-Biopic „Fighting with my Family“ war ja für einige eine große Überraschung in diesem Jahr und somit habe ich auch mal einen Blick riskiert. Es geht hier um eine Familie voller Wrestler, wo die jüngste Tochter „Paige“ zum WWE-Star aufsteigt, während ihr Bruder Zak weiter im heimatlichen England bleiben muss. Während die eine den steinigen Aufstieg bewältigen muss, droht der andere in ein tiefes Loch zu fallen. Diese gegenseitigen Storylinien in der eigenen Familie werden auch schön erzählt und die tollen Schauspieler (u.a. Florence Pugh, Lena Headey, Nick Frost) tragen den Film unterhaltsam über die gesamte Laufzeit. Insgesamt ein sehr charmanter Film, der sich stets bemüht, Klischees aufzubrechen und teilweise auch echt genial-witzige Gags zu bieten hat. Gerade die Szenen mit Superstar „The Rock“ sind sehr amüsant anzusehen und zeigen das Wrestling von einer selbstironischen Seite. Leider merkt man den Einfluss der WWE im gesamten Film sehr stark. Das hat zwar inhaltlich kaum Relevanz, ganz im Gegenteil, es werden sogar die Negativpunkte in diesem Sport angesprochen. Aber leider hat mich dieser extrem starke Werbeeffekt des Films dann doch gestört. Trotzdem ist „Fighting with my Family“ ein witziger, wenn auch etwas spannungsarmer, Unterhaltungsfilm mit einer gewissen Tiefe.

Fighting with my Family

 

  • Filmranking für November 2019
Platz Filme Wertung von 5 Laufzeit (Min) Wo gesehen
1 The Raid 2 4 150 Bluray
2 Taxi Driver 4 114 Amazon Prime
3 Roll the Drum! 4 90 Kino (Filmfest)
4 Paddington 4 96 Amazon Prime
5 The Humorist 4 100 Kino (Filmfest)
6 Fighting with my Family 3,5 108 Amazon Prime
7 The Swing Maker 3,5 88 Kino (Filmfest)
8 Duga, the Scavengers 3,5 92 Kino (Filmfest)
9 Rolling Stones: Olé Olé Olé 3,5 105 Netflix
10 Spongebob Schwammkopf 2 3 93 Amazon Prime
11 Metal Heart  3 90 Kino (Filmfest)
12 Dumbo 3 112 Amazon Prime
Schnitt 3,58 Punkte 103,17 Min. Bluray: 1
Gesamt 12 Filme 1238 Min. Streaming: 6
20,5 Std Kino: 5

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