MMM #6 u.a. mit viel Tarantino, Japan-Werken und Lucky Luke

Der August 2019 ist Geschichte und die letzten 31 Tage hatten so manche Highlights zu bieten. Rein privat trägt meine Schwester nun einen anderen Nachnamen und hat im Anschluss die vielleicht beste Hochzeitsparty aller Zeiten gegeben (Um 1 Uhr morgens z.B. wurden die Lasertag-Waffen ausgepackt). Sonst gab es fast 200 Stunden Arbeit, einen Abend unter dem Motto „Gin Tonic kann man trinken wie Wasser“ und acht Filme, von denen ich euch heute erzählen will.

Mein Filmmonat begann erst Mitte August mit einem Kinobesuch in „Once Upon a Time in Hollywood“. Die Kritik ist schon länger online und auch in der 15. Folge vom FilmBlogCast habe ich ausführlich drüber gequatscht. Die Kurzform: Tarantino hat wie erwartet ein Kinohighlight 2019 abgeliefert. Geniale Charaktere, eine Welt zum verlieben und ein Epilog-Ende, das ich mir wahrscheinlich über Jahre noch ansehen werde. Obwohl der Streifen nicht frei von Fehlern ist, ist es einfach wunderbar angenehm, mal etwas Neues und Überraschendes im Kino zu sehen. Ob der Film auch die Jahres-Wertung am Ende gewinnen kann, bleibt abzuwarten.

OUATIH

 

Wo wir schon bei Tarantino sind. Da wir im Podcast ein Tarantino-Special organisiert haben, habe ich auch zwei ältere Filme des Regisseurs aus meinem Bluray-Regal gezogen. Zum einen wäre das „Reservoir Dogs“, den ich mal absolut geliebt habe, jetzt aber „nur“ noch für einen sehr guten Film halte. Tatsächlich fielen mir beim erneuten Ansehen ein paar Längen auf, die mich vorher nicht so gestört haben oder die ich vergessen habe. Trotzdem bieten die Farben-Männer eine ikonische Szene nach der anderen, es wird ein fantastischer Soundtrack abgespielt und die kurzweilige Gangster-Story unterhält wahrscheinlich auch noch bei der zehnten Wiederholung.

Reservoir Dogs

 

Tarantino, zum dritten Mal. „Jacky Brown“ habe ich seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen. Meine Erinnerungen waren auf Samuel L. Jacksons Figur und irgendwas mit Tüten in einem Einkaufszentrum beschränkt.  So wirklich viel mehr bietet der Film auch nicht und das ist für eine Laufzeit von 2,5 Stunden schon ziemlich wenig. Klar, die einzelnen Charaktere sind super, von Jacky Brown selbst, bis hin zu Robert de Niros sehr merkwürdiger Rolle. Besonders zu erwähnen ist, dass hier keine Supergenies sich gegenseitig versuchen auszutricksen, sondern relativ normale Leute. So bleibt der Film sehr unterhaltsam, aber auf keiner Ebene wirklich herausragend.

Jackie Brown

 

Das Kontrastprogramm des Monats gab es mit dem Oscar-nominierten Zeichentrickfilm „Die rote Schildkröte“. Die Co-Produktion zwischen französischen Animatoren und der weltberühmten japanischen Firma „Studio Ghibli“ ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern auch inhaltlich ein wahres Fest für jeden, der Interpretationen liebt. Die normale „Cast Away“-Story wird hier nämlich durch übernatürliche Fabel- und Märchenelemente erweitert. Die namensgebende rote Schildkröte hält unseren Protagonisten immer wieder davon ab, von der Insel zu fliehen. Eines Tages kommt sie an Land und voller Hass wirft der Hauptcharakter das Tier auf den Rücken. So wird der kurzweilige Streifen zu einem Sinnbild fürs Leben und dem Umgang mit der Natur. Aber vorsichtig, das Ende ist vielleicht nicht überraschend, aber trifft einem dann doch mitten im Herz. Größte Sehempfehlung!

Die rote Schildkröte

 

Für den nächsten Film spreche ich keine Empfehlung aus, sondern einen Befehl ihn so schnell wie möglich zu gucken! „Shoplifters“ ist aktuell auf Amazon Prime verfügbar und selten war ich in letzter Zeit von einem Film so hin und weg. Nach ca. einer Minute habe ich mich schon in die Familie verliebt, um die sich der Film dreht. Diese „Familie“ ist aber erstens gar nicht blutsverwand und zweites haben sie kein Problem mit Ladendiebstahl oder Betrug. Als diese Gemeinschaft ihr neuestes Mitglied aufnimmt, ein kleines Mädchen mit schwierigen Eltern, sehen wir als Zuschauer den Anfang vom Ende. Was passiert also wenn Sympathie oder gar Liebe, auf unsere Moralvorstellungen treffen. „Shoplifters“ geht dieser Frage im japanischen Kulturkreis nach. Auch wenn dieses Werk seine schwächeren Minuten hat, so habe ich selten einen gefühlvolleren Film ohne jeglichen Kitsch gesehen. Spätestens eine gewisse Szene an einer Bushaltestation, hat mein Herz nicht nur gebrochen, sondern in tausend Teile zerschossen.

Shoplifters

 

Um den filmischen Kontrast in diesem Monat zu vollenden, habe ich zwei Filme aus meiner Kindheit gestreamt. Der berühmte Westernheld „Lucky Luke“ bekam in den 70ern von seinen Original-Schöpfern zwei Zeichentrick-Verfilmungen spendiert, die zumindest technisch auf eher unterer Stufe angesiedelt sind. „Daisy Town“ hat von den beiden Filmen den besseren Lucky Luke (er sagt vielleicht 10 Worte im ganzen Film) und einen genialen Soundtrack. Wie man es allerdings schafft, in 70 Minuten Laufzeit so viele Längen einzubauen, ist mir unbegreiflich. Als Kind hat mir schon immer „Lucky Luke: Sein größter Trick“ besser gefallen. Die episodenhafte Geschichte hat kreative Elemente und herrlich absurde Charaktere. Auch das Titellied wird mir die nächsten Tage nicht aus dem Kopf gehen. Wie es halt bei Episoden ist, geht die Qualität im Laufe des Films rauf und wieder runter. Trotzdem sind beide Western der Kultfigur mit einer gewissen Nostalgie absolut sehenswert und bieten nette abendliche Unterhaltung.

Lucky Luke Daisy Town

Lucky Luke Sein größter Trick

 

  • Mein Filmranking für August 2019:

(Übrigens habe ich im letzten Monat genau 3 Minuten weniger in Filme in investiert als im Juli. Skandal!)

Platz Filme Wertung von 5 Laufzeit (Min) Wo gesehen
1 Shoplifters 4 121 Amazon Prime
2 Once upon a Time in Hollywood (OV) 4 161 Kino
3 Once upon a Time in Hollywood 4 161 Kino
4 Die rote Schildkröte 4 80 Amazon Prime
5 Reservoir Dogs 4 99 Bluray
6 Lucky Luke: Sein größter Trick 3,5 82 Amazon Prime
7 Jackie Brown 3,5 154 Bluray
8 Lucky Luke: Daisy Town 3 71 Amazon Prime
Schnitt 3,75 Punkte 116,13 Min. Kino: 2
Gesamt 8 Filme 929 Min.
Streaming: 4
15,5 Stunden Bluray: 2

6 Comments

  1. Gin Tonic ist nicht mein Getränk, obwohl das einige in meinem Bekanntenkreis lieben. Da trink ich lieber andere alkoholische Getränke.
    Jackie Brown ist großartig, ist einer meiner liebsten Tarantinofilme. Der hat etwas ganz eigenes und Pam Grier ist phänomenal. Reservoir Dogs ist sogar mein liebster Tarantino, der hat eine packende Ernsthaftigkeit trotz des Anfangdialogs. Shoplifters gucke ich mir die Tage an.

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    1. Warum du Jacky Brown so abfeierst versteh ich immer noch nicht. Der Film ist ja ganz gut, aber auch nichts wirklich besonderes mMn. Aber da erwarte ich eh einen ausführlichen Kommentar bei der nächsten Podcast Folge 😀
      Bin gespannt auf deine Meinung zu Shoplifters 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Ich finde den wirklich besonders. Der ist langsam erzählt und dennoch packend. Dann dieser Soundtrack und jede Szene mit Grier und Forster ist perfekt, ach ja De Niro finde ich natürlich auch großartig.

        Gefällt 1 Person

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