MMM #5 u.a. mit König der Löwen und Apocalypse Now

Kann mir mal jemand erklären, wie schon wieder ein ganzer Monat vorbei gehen konnte? 31 Tage liegen hinter uns und das große persönliche Highlight war natürlich der Start meiner Blogaktion „Cinematic Deathmatch“. Außerdem habe ich mit „Mario Maker 2“ auch wieder ein aktuelles Game angespielt, komplett süchtig bin ich aber seit Tagen von „Tetris 99“, einer Battle-Royale-Variante des Klassikers. Achja, Filme habe ich natürlich auch gesehen…

Der Monat begann etwas ungewöhnlich mit einer Weltkriegsdoku im Kino von Peter Jackson: „They shall not grow old“. In fast 100 Minuten erzählen britischen Veteranen des ersten Weltkriegs aus dem Off, wie ihre Reise zwischen der Kriegserklärung und der Heimkehr verlief. Dazu werden die passenden Bilder und Filmaufnahmen gezeigt, nach ca. 15 Minuten auch in Farbe. Dafür wurden unfassbar viele Videos nachträglich koloriert und die Qualität für die große Leinwand nochmal angepasst. Durch die Erzählung des Alltags an der britischen Front könnte man den Film nun Einseitigkeit und Verharmlosung vorwerfen, da die Sprecher auch typisch englischen Humor einfließen lassen. Eine spätere Erzählung entkräftet diese Behauptungen aber auch direkt wieder, denn die reine Realität reicht dabei aus, um für eine Gänsehaut des Grauens zu sorgen. Insgesamt also eine empfehlenswerte Doku, die sich mit ein paar Extras vom Weltkriegs-Doku-Einheitsbrei abhebt.

They shall not grow old

 

Und jetzt zu etwas vollkommen anderem! „Bang Boom Bang“ ist ein deutscher Genre Film aus dem Jahr 1999. Die wirre Geschichte um das Geld in einem Tresor, nachdem viele unterschiedliche Charaktere suchen, versucht an die großen Vorbilder der Coen-Brüder oder von Tarantino heranzukommen. Über weite Strecken gelingt ihm das zwar nicht, was aber auch nicht bedeutet, dass hier ein schlechter Film zu sehen ist. Ganz im Gegenteil. So eine gut verknüpfte Story mit interessanten Charakteren sieht man selten, noch seltener im Ruhrgebiet. Leider schwankt das Pacing sehr stark und nicht alle Nebengeschichten können wirklich bei der Stange halten. Das Ende ist dann leider auch etwas offensichtlich, wenn auch spannend und unterhaltsam dargestellt.

Bang Boom Bang

 

Wenn mich am Ende des Jahres jemand fragt, welcher der beste Film im Kino war, dann wird die Frage dank „Apocalypse Now: Final Cut“ sehr einfach zu beantworten sein. Die neue Fassung von Francis Ford Coppala höchstpersönlich ist eine Mischung aus der Kino- und Reduxversion. Ein paar Szenen sind gekürzt (Ja, auch die Franzosen reden nicht mehr ganz so lange) und ein paar Minuten wurden ganz rausgeschnitten. Fans des zweiten Treffens mit den Bunnys müssen jetzt ganz stark sein. Sonst gilt noch alles, was ich damals in meiner Besprechung geschrieben habe. Kurzform: Ein Meisterwerk für die Ewigkeit!

Apocalyse Now FInal Cut

 

Anlässlich des Prime-Days gab es natürlich auch wieder eine 99 Cent Aktion bei Amazon. Für meine Verhältnisse habe ich mich aber zurückgehalten. Aber den Animations-Hit des letzten Jahres konnte man sich für knapp einen Euro dann schon mal leisten. „Spider-Man: Into the Spiderverse“ erzählt eine klassische Comic-Story, macht sich aber selbstironisch darüber lustig und somit lasse ich den Negativpunkt mal weg. Trotzdem gehen die Entwicklungen der Charaktere viel zu schnell und die hochgelobte Optik war mir persönlich mindestens eine Stufe zu drüber. Positiv dagegen sind die vielen kreativen Ideen, was besonders bei den Nebencharakteren offensichtlich wird. Am Ende steht ein unterhaltsamer Film mit Höhen und Tiefen.

Spider-Man Into the Spiderverse

 

Der etwas bessere Animations-Hit kam vor ein paar Jahren von Disney: Zoomania  – oder im Original „Zootopia“ – hat einzelne herausragende Momente (Faultiere, Der Pate), eine klassische Helden-Geschichte und eigentlich auch eine großartige Rassismus Botschaft, die heute kaum wichtiger sein könnte. Leider wollten wohl die Macher, dass auch wirklich jeder ihre Aussagen versteht und somit wird einem diese Thematik unfassbar ins Hirn reingedrückt und ungefähr 10mal wiederholt. Jeder der schonmal beim Grillen neben einem sehr überzeugten Veganer stand, weiß wie negativ sich ständiges Wiederholen auf eine eigentlich gut gemeinte Botschaft auswirkt. Außerdem ist der Ton zu kritisieren. Weder der Score kann überzeugen, weil er z.B. in Action-Sequenzen einfach mal ganz verschwindet, noch der Shakira-Song ist wirklich passend zur ganzen Thematik. Trotzdem ein unterhaltsamer Spaß für Alle, leider mit verschenktem Potenzial.

Zootopia

 

Natürlich habe ich auch mal wieder einen Film für den besten Podcast der Milchstraße gesehen. In der letzten Folge ging es um „Heimkino und Streaming“ und was bietet sich da mehr an, als eine Liebeserklärung an alle Videotheken. „Abgedreht“ mit Jack Black und Mos Def ist ein ziemlich skurriler Film. Wenn man plumpe Wortspiele mag, könnte man auch sagen, der Streifen ist „abgedreht“. Wie viele solcher Perlen, hat auch dieser Streifen seine Höhen und Tiefen. Während die Charaktere etwas zu drüber sind und gerade der Anfang sehr schwer in Gang kommt, wird es zum Ende hin immer besser. Viel zu kurzes Highlight sind die „geschwedeten“ Versionen der Filmklassiker. Zum Abschluss gleitet die Komödie zwar etwas ins kitschige ab, was aber durch den Charme der Erzählung mehr als wieder gut gemacht wird. Klare Empfehlung als „Gute-Laune-Film“ und als Hommage an die altehrwürdige VHS bzw. an das „Filme schauen“ allgemein.

Abgedreht

 

Ein Flüchtlingsdrama. Aus Deutschland. Als reines Drama inszeniert. Klarer Fall, ab in die Tonne. Naja, so schlimm ist es dann doch nicht. Glücklicherweise entpuppen sich die dramatischen Szenen, um das Flüchtlingsboot und dem einsamen Segelschiff als einzige Rettung, als die stärksten Momente im Film. Jedoch muss man bei „Styx“ vorher eine halbe Stunde dabei zusehen, wie eine Yacht über den Atlantik schippert. Das sind zwar schöne Aufnahmen, bringen aber die Story nicht weiter und der Charakter wird eher in den darauf folgenden Minuten etwas tiefer. Schauspielerisch konnte ich mich mit der Hauptprotagonisten auch nicht anfreunden, was es im späteren Verlauf schwierig macht, die Dame als Identifikationsfigur wahrzunehmen. Zum Ende hin wirkt das Drama zwar erfrischend konsequent, aber auch etwas zu überambitioniert. Der Wille war also da, aus dem Stoff einen andersartigen Film zu machen. Funktioniert hat das Ganze aber nur in Teilen.

Styx

 

Zum Abschluss geht es um den Sommerstreifen des Jahres, zumindest was die Zuschauerzahlen angeht. Ich könnte zwar stundenlang die Fehler in der 2019er Version von „Der König der Löwen“ suchen, aber ich mache es kurz. Der große Vorteil des Remakes ist es, das man vielleicht erst jetzt erkennt, wie großartig und auf den Punkt das Original von 1994 doch war. Der erzielte technische Quantensprung passt einfach nicht auf die Kreativität und Dramaturgie des Originals. Man hat immer die ikonischen Szenen aus dem Zeichentrick-Klassiker im Kopf und wird dann maßlos enttäuscht, wenn die Macher Kleinigkeiten abgeändert haben oder durch den Realismus die kreativen, unterhaltsamen Szenen nicht mehr umsetzten können. So wirken die zwei Stunden eher wie eine eindrucksvolle, aber seelenlose Technikdemo. Aber ich will auf einer positiven Note enden: Der Film hat immer noch spaßige Szenen (Ja, auch neue Gags zünden teilweise!) und der Soundtrack von Hans Zimmer hat es dann doch geschafft, mir Gänsehaut in einzelnen Szenen zu bereiten.

König der Löwen Remake

 

Film-Ranking Juli 2019:

Platz Filme Wertung (von 5) Laufzeit (Min) Wo gesehen
1 Apocalypse Now: Final Cut 5 183 Kino
2 They shall not grow old 4 99 Kino
3 Zootopia 3,5 109 Amazon Prime
4 Bang Boom Bang 3,5 110 Bluray
5 Spider-Man: Into the Spiderverse 3,5 117 Amazon Prime
6 Abgedreht 3,5 102 Amazon Prime
7 Styx 3 94 Amazon Prime
8 König der Löwen Remake 2,5 118 Kino
Schnitt 3,56 Punkte
116,50 Min Kino: 3
Gesamt 8 Filme 932 Min Streaming: 4
15,5 Stunden Bluray: 1

7 Comments

    1. Habe jetzt fest damit gerechnet, dass du großer Fan des König der Löwen Remakes bist 😀 😀
      Aber Bang Boom Bang kann man sich z.B. auch mal antun 🙂

      Liken

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