MMM #1 – mit Wir, Deadpool und La La Land

Wie schon angekündigt, habe auch ich jetzt meinen persönlichen Monatsrückblick auf meinem Blog. Hier geht es um Filme, die keine eigene Besprechung bekommen haben, meine kleine Filmstatistik und zum Abschluss noch einen kleinen Abriss zu meinem sonstigen Medienkonsum im März. Und nein, das ist kein verpäteter Aprilscherz. Die finde ich nämlich meistens langweilig und nervend. Da vertraue ich lieber auf richtige Sensationsmeldungen, die nur zufällig am 1. April erschienen sind. Zum Beispiel, dass Helge Schneider im neuen Tarantino-Film mitspielt!! Mehr erfahrt ihr natürlich wie immer beim ehemals jüngsten Podcast Deutschlands: Der neuesten Folge vom FILMBLOGCAST!

  • Noch nicht besprochene Filme

Beginnen wir chronologisch bei dem ersten Film, den ich im März gesehen habe: Rango! Der Animations-Hit von 2011 steht schon seit längerem ungesehen in meinem Blu-Ray-Regal. Übrigens habe ich das besagte Regal nur dreimal in diesem Monat angefasst. Einmal für den Frühjahrsputz (+ Sortierung), einmal um die neue Asterix-Box einzuräumen und einmal für die kleine, von Johnny Depp gesprochene, Echse namens Rango. In dem Streifen landet das Tier in einer kleinen Wüsten-Stadt, wo er durch Lügen zum Western-Held aufsteigt. Die darauf folgende Abenteuer-Geschichte ist witzig und rasant inszeniert, vollgespickt mit Film-Zitaten und herausragend animiert. Nur wer Überraschungen oder mehr als eine lustige Hommage erwartet, wird hier enttäuscht. Allgemein aber sehr nette Unterhaltung für zwischendurch.

Gehen wir weiter zu den Filmen, die man bei Amazon am Anfang des Monats für 99 Cent ausleihen konnte. Durch diese Aktion konnte ich z.B. „Deadpool 2“ nachholen. Um mir in Erinnerung zu rufen, warum ich Teil 1 nicht so gut fand, habe ich mir den Vorgänger direkt davor nochmal angesehen. Sagen wir es mal so, der liebe Deadpool kann einem im Doppelpack schon ziemlich auf die Nerven gehen. Tatsächlich habe ich zu beiden Filmen auch dasselbe Fazit: Funktioniert als Komödie mit kreativem Witz und dem „Durch den Kakao ziehen“ der Superhelden-Klischees. Leider ziehen beide Filme das Ganze nicht konsequent in der Geschichte durch. Der erste Teil ist eine normale Origin-Story und die Fortsetzung… nun, eine klassische Fortsetzung in allen Belangen. Wenn sich dann noch die Gags abnutzen und auch die Action nicht immer überzeugen kann, dann bleiben zwei durchschnittliche Filme. Nicht mehr, aber immerhin auch nicht weniger.

Weiter geht’s mit Filmen aus der Amazon Aktion. Wieder eine Fortsetzung, wieder dasselbe Fazit wie beim Vorgänger. Dieses Mal geht es aber nicht um Superhelden, sondern um das Sequel von Tim Burtons „Alice im Wunderland“ namens „Hinter den Spiegeln“. Der erste Film kam bei Kritikern gar nicht gut an, hatte aber sehr viele Kinozuschauer. Die Fortführung wurde dann noch schlechter bewertet. Schon seit dem Milliarden-Hit verstehe ich diese Ablehnung nicht. Beide Teile würde ich bei weitem nicht als Meisterwerke bezeichnen, aber mir gefällt einfach das „Look n´ Feel“, die Kreativität und die extra überzeichneten Charaktere. „Through the Looking Glass“ hat dazu noch ein toll inszeniertes Finale, das leider dann durch ein zu „gutes“ Happy-End beschädigt wird. Trotzdem bleibt ein gelungener Film, wobei „Alice“ auch noch viel Luft nach oben hat und wahrscheinlich nichts an die psychedelische Disney-Umsetzung ran kommt.

Der letzte Amazon 99 Cent Film war “La La Land”. Warum? Warum nicht! Bei der ersten Sichtung war ich zwar nicht übermäßig begeistert, aber als Gute-Laune-Film taugt der Streifen allemal. Das Liebes-Musical mit Emma Stone und Ryan Gosling überzeugt durch eine tolle Leichtigkeit und unfassbar sympathische Charaktere, die aber auch ihre Ecken und Kanten haben. Nur leider hat es auch nicht der Oscar-Liebling von 2017 geschafft, dass ich Musicals (oder Jazz!) auf einmal liebe. Die Musikeinlagen ziehen mich persönlich leider immer wieder aus der toll erzählten Liebesgeschichte raus. Wenn man damit nix anfangen kann, dass Leute in einer ernsten Story auf einmal zu singen anfangen, dann entsteht leider kein wirklicher Flow. Dabei liegt es nicht daran, dass ich die Songs nicht gut finde. Aber so ist eher wie eine gute Samstag-Abend-Show, bei der man während den Musikpassagen Zeit hat um aufs Klo zu gehen, bevor die fantastische Unterhaltung weiter geht.

In den folgenden Sätzen fasse ich mal zwei Filme auf einmal zusammen, denn es sind die Hausaufgaben-Filme aus dem grandiosen Podcast „FilmBlogCast“ (Den ihr gerne auf Youtube oder hier bei WordPress folgen könnt). Da haben wir „Exit Through the Gift Shop“ (Folge 3 – Thema: Objektiv bewerten) und „Scarface“ (Folge 4 – Thema: Remakes) ziemlich ausführlich besprochen. Trotzdem ein paar Worte dazu. Der Banksy-Film ist eine geniale Dokumentation über Kunst, wo die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Dabei ist der Streifen aber nicht zu künstlerisch oder verkopft inszeniert, sondern erzählt seine Geschichte klar, strukturiert, kurzweilig und sogar ziemlich witztig. Für mich ist „Exit Through the Gift Shop“ sogar mein Film des Monats! Ganz knapp dahinter landet de Palmas 80er Jahre Kultfilm „Scarface“. Den habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen und muss sagen, dass der Look, die Spannungsmomente und natürlich der tolle Soundtrack wohl niemals alt werden. Nur die Hauptfigur von Tony Montana kommt mir, gerade im Vergleich zu anderen Gangster-Streifen, doch ziemlich eindimensional vor.

Dann war ich noch zweimal im Kino! Einmal habe ich nach Wochen doch noch „Alita Battle Angel“ gesehen. Da zitiere ich mich einfach mal selber aus Twitter: „Geniale Optik, tolle nicht überladene Action, Story OK aber mit Potenzial, ein paar awkward Momente zu viel und keine Witze während der wichtigen Szenen. Damit Alita > MCU“. Ich finde, diese Worte fassen den Film immer noch ganz gut zusammen. Bei „Us“ (bzw. im deutschen „Wir“) wird es dann schon schwierig. Großartig sind, wie beim Erstlingswerk von Jordan Peele „Get Out“, die Schauspielerleistungen, die Stimmung und die immer nach oben gehaltene Spannung. Wobei gerade dieses Element der „Suspense“ durch ziemlich viele Witze aufgelockert wird. Was anfangs noch funktioniert, entwickelt sich im Mittelteil fast zu einem „Zombieland 2.0“, bevor das Ende nochmal zur Höchstform anläuft. Zwar ist die Auflösung des Großen und Ganzen wieder etwas sehr generisch, aber dafür hat mich eine andere Szene wirklich gepackt und nicht mehr losgelassen. Aus Spoilergründen verrate ich mal nicht mehr, denn umso weniger ihr wisst, umso besser. Sehr gut gefielen mir auch die vielen Interpretations-Möglichkeiten. An allen Ecken findet man Metaphern und Anspielungen. Sozial- und Gesellschaftskritik bei einem amerikanischen Horror-Film – Immer her damit!

Die letzten Zeilen widme ich dem einzig wahren Helge Schneider. Nach der letzten Podcast-Folge musste ich einfach nochmal dem Comedy-Genie bei der Arbeit zu sehen. „00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter“ ist mit Sicherheit kein guter Film und keine Komödie, wo man alle zwei Sekunden Lachen muss. Doch Helge steigert die Absurdität so unfassbar hoch, dass man nie weiß, was in der nächsten Minute eigentlich passiert. Das ist auf Dauer ziemlich anstrengend, aber in seinen besten Momenten auch einfach ur-komischer Nonsens.

  • Mein Filmranking und Statistik für März´19
Platz Filme Wertung (von 5) Laufzeit (Minuten) Wo gesehen
1 Exit Through the Gift Shop 4 87 Amazon Prime
2 Scarface 4 170 Amazon Prime
3 Der Goldene Handschuh 3,5 110 Kino
4 La La Land 3,5 129 Amazon Prime
5 Rango 3,5 107 Bluray
6 Alita Battle Angel 3,5 122 Kino
7 Us – Wir 3,5 116 Kino
8 Alice im Wunderland 2 3,5 113 Amazon Prime
9 Junges Licht 3 122 Mediathek
10 Brecht 3 180 Mediathek
11 00 Schneider: Jagd auf Nihil Baxter 3 92 Amazon Prime
12 Deadpool 3 108 Amazon Prime
13 Deadpool 2 3 121 Amazon Prime
14 Die Welle 3 107 Mediathek
15 Pfarrer Braun: Glück Auf 2,5 90 Mediathek
16 Tonio und Julia 2,5 90 Mediathek
17 Tatort: Spieglein Spieglein 2 90 Mediathek
18 Drei Väter sind besser als keiner 0,5 90 Mediathek
Schnitt 3,03 Punkte
113,56 Min. Kino: 3
Gesamt 18 Filme 2044 Min. Streaming: 14
34 Stunden Bluray-Regal: 1

 

  • Sehen, Hören, Zocken, Lesen

Zum Abschluss gebe ich noch eine Mini-Übersicht bzgl. meines restlichen Medien-Konsumes. Wer also nur für meine Film-Reviews hier ist, muss nicht weiterlesen. Gezockt habe ich, neben meinen üblichen Runden in „Civilization 6“, etwa die Hälfte von „Final Fantasy 15“. Ich liebe dieses Spiel zwar sehr, aber leider kommt es immer häufiger vor, dass ich keine Zeit und Lust auf große Open-World-Titel habe. So erging es mir auch bei „Skyrim: Special Edition“. Noch nie habe ich einen neuen Durchlauf bei diesem Spiel so schnell abgebrochen. Mal gucken ob ich im April nochmal nach Tamriel zurückkehre. Auf die Ohren gab es vor allem zwei neue Songs von zwei meiner Lieblingsbands, welche beide seit Jahren nix mehr veröffentlicht haben: Die Ärtze mit „Abschied“ und Rammstein mit „Deutschland“. Beide Songs finde ich auf ihre Art großartig und genial. Bei „Deutschland“ kommt noch das beste Musikvideo dazu, was ich in den letzten Jahren gesehen habe und die amüsanten Twitter-Kommentare, die der Band auch nach dieser klaren Botschaft rechte Tendenzen unterstellen. Ein Buch habe ich dann auch noch in die Hand genommen: „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“. Bei Prime Reading gibt es nämlich alle Teile gratis und somit habe ich nochmal nach Jahren einen re-read gestartet. Serien habe ich diesem Monat gar nicht konsumiert, außer die ersten beiden Folgen der Remake-Serie von „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ und die waren so schlecht, dass ich da auch nicht weiter gucken werde.

 

Gefällt euch so eine Monats-Abhandlung und was waren eure März-Highlights? Es kann übrigens gut sein, dass sich an diesem Format noch etwas ändern werde. Ich probiere da die nächsten Monate einfach etwas aus.

11 Comments

  1. So eine tabellarische Übersicht finde ich eine sehr gute Idee. Vor allem weil man dann mal sieht wie viel Zeit man mit derlei Kram „verschwendet“ 😉 34 Stunden!!! Das ist schon eine Menge. Dabei sieht der Monat jetzt gar nicht sooo voll gestopft aus. Gestern lief übrigens in der ARD der Film „Rufmord“, den ich demnächst in der Mediathek nachholen werde. Der könnte besser sein als das meiste, das du in deiner Höllenwoche gesehen hast 😉

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    1. Stressig war der Monat wirklich nicht, wobei auch viele Minuten an die Hölle-Aktion draufging. Ein Grund warum es bis zur nächsten Höllen-Woche etwas dauern wird. Aber die Aktion kam wohl ganz gut an, daher gibt’s auch ne Fortsetzung
      Rufmord hört sich interessant an, aber ich habe für den Moment genug von den Mediatheken 😁

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  2. Interessant, dass du jetzt eine ähnliche Rubrik hast wie mein Streamingrückblick, wenn auch leicht anders konzipiert. Finde ich aber gelungen.
    Zu La La Land sag ich nichts mehr, inzwischen sollte jeder Wissen wie sehr ich den Film liebe. Deadpool 2 fand ich in allen Belangen besser als Deadpool. Er war lustiger, narrativer und spannender. Deadpool 2 fand ich richtig gut, Deadpool solala.
    Schade, dass das M Remake scheinbar nichts ist. Bei Videospielen bin ich raus, auch wenn ich mir demnächst wieder ne Konsole anschaffen wollte.

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    1. Hatte vorher nur „Trailer des Monats“, wurde mir dann aber zu langweilig. Das Konzept könnte sich die nächsten Monate noch ändern, aber dein Monatsrückblick und die der anderen waren auf jeden Fall die Inspiration.
      La La Land – was wäre das für ein toller Film, wenn kein Musical wäre 😀 Wenn du natürlich Fan davon bist, ist das ja wie der heilige Gral.
      Bei Deadpool 2 muss ich bei der Narrative widersprechen, sonst fand ich den auch am Anfang zumindest lustiger. Spannender? Er zeigt das Zeit-Ding doch schon ziemlich am Anfang. Deadpool hätte mal die Chance gehabt, ein Superhelden Film einem konsequenten Ende zu sein, aber hat sich dann doch nicht getraut. Ähnlich wie in Teil Eins, wo auch eine ziemlich „normale“ Geschichte ablief.
      Bei „M“ lieber nochmal das Original gucken, alles andere würde ich als verschwendete Lebenszeit betrachten 🙂

      Welche denn wenn ich fragen darf? Ich persönlich zocke leider auch nicht mehr so mega viel und wenn dann mehr nebenbei.Trotzdem habe ich mir zu Weihnachten die Switch gegönnt 😀

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      1. Ich glaube tatsächlich, dass La La Land zumindest noch etwas beliebter wäre, wenn er kein Musical wäre, fand die Elemente gerade in der zweiten Hälfte eher dezent, wodurch der Film nie seine Narrative verliert.
        Teilweise ist es auch der Kinoeffekt, hab den mit vier Freunden im Kino gesehen und wir haben uns totgelacht, beim ersten fand ich vielleicht drei Szenen witzig. Bei dem Ende muss ich sagen, dass ich es ironisch Konsequenz fand. Deswegen mochte ich es mit der Musikuntermalung, Endgame kann ja ein konsequent dramatisches Ende erzählen..

        Ich bin ja eher der Mensch für Rennspiele, Sportspiele und Partyspiele. Das einzige Musthavegame für die Switch wäre bei mir Mario Kart 8 Deluxe, was ich aber nie alleine spielen würde und was ein Kumpel von mit hat. Daher wäre ich eher bei der Playstation 4.

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