Eine Woche in der Film-Hölle: Tag 7 – Pfarrer Braun

Der letzte Beitrag dieser Woche. Zum 7. Mal durchstöberte ich das Fernsehprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender, um einen Film zu finden, der vielleicht mal aus der Reihe tanzt. Ich habe in dieser Woche viele solcher Streifen gefunden und ich muss tatsächlich sagen, dass das TV-Programm gar nicht so schlecht ist auf filmischer Seite. Problem nur, dass wenige der Produktionen deutsch waren. Meine selbst auferlegte Challenge lautete aber „Sieben Tage deutsche Fernsehfilme“. Deshalb gibt es zum Abschluss einen Teil einer Reihe, die ich als Kind sehr gerne gesehen habe. Viel Spaß mit meiner Kritik zu einer willkürlichen Folge „Pfarrer Braun“.

  • Die Welt ist noch in Ordnung

Bis 2014 hat Ottfried Fischer diese namensgebende Titel-Rolle nach britischen Vorbild gespielt. In fast jeder Folge wird der Pfarrer strafversetzt, weil er Kriminalfälle löst und das gefällt dem Bischof gar nicht. In dieser Folge namens „Glück Auf“ aus dem Jahr 2009 landet Braun im Saarland. Dort wurde die letzte Zeche geschlossen, der Unternehmer ist Pleite gegangen und die Arbeiter leben jetzt von Harz IV. Sie vertreiben sich die Zeit besonders mit zwei Hobbys: Im Chor singen und Tauben züchten. Einer der Kumpel-Brüder wird jedoch ermordet und der große Rätselspaß beginnt. Die Film-Reihe steht und fällt dabei mit den Sympathien zu der Figur des Pfarrer Braun. Mir persönlich gefällt der sehr trockene, bayrische Humor und die Selbstironie zur Kirche sehr gut. Wenn man keinen Spaß an dieser Figur hat, wird einem die Serie auch nichts geben, denn alles andere ist ziemlich 08/15. Der Fall ist nicht besonders spannend, die Nebencharaktere sind eher Stichwortgeber als tiefe Protagonisten und die Schauwerte sind eher überschaubar. Das liegt aber natürlich nicht nur daran, dass im Saarland gedreht wurde. OK, ein bisschen schon. Deshalb kann ich auch nicht wirklich viel dazu schreiben, außer dass ich am letzten Tag vielleicht noch ein Blick darein geworfen habe, was im Nachmittagsprogramm hoch und runter läuft: Krimis mit Spaß! Diese Formate sind dafür gedacht, dass man sie nachmittags beim Putzen nebenbei laufen lassen kann und man auf eine leichte, amüsante Weise unterhalten wird. Diesen Sinn und Zweck erfühlt „Pfarrer Braun“ vollkommen und meinen Frühjahrsputz hat Ottfried Fischer ein kleines bisschen besser gemacht. Somit gibt es auch keine abschließende Wertung für den Film, sondern lieber ein Fazit zur Woche.

  • Sollte man mal wieder Fernsehen schauen?

Was habe ich denn jetzt aus dieser Woche gelernt? Meine Hoffnung, dass Vorurteile über den deutschen Fernsehfilm abgebaut werden, hat sich leider nicht erfüllt. Ich habe vieles gesehen, was haargenau meine Erwartungen getroffen hat. Glaubt mir, dass meine ich nicht im positiven Sinne. Trotzdem waren da auch Lichtblicke. Alte Formate, die ihren Charme nicht verloren haben, unbekanntere Filme, die was Neues probiert haben und eine Vielzahl an unterschiedlichen Serien und Filmen. Allerdings kommen die meisten Produktionen, die zumindest in meinen Augen interessant sind, nicht aus Deutschland. Die Skandinavier, Franzosen, Spanier, Briten usw. haben uns da wirklich was voraus, auch wenn ich natürlich nicht deren Fernsehprogramm kenne. Außerdem kommt dazu, dass interessante Projekte in der Nacht versendet werden, während auf den Dritten Programmen zur besten Sendezeit die 100. Wiederholung vom Tatort kommt. Quote sollte nicht der öffentlich-rechtliche Auftrag sein, sondern Diversität und ein Programm für die gesamte Bevölkerung. Abschließend werde ich wohl häufiger einen Blick in die Mediatheken werfen, um die ein oder andere Perle nicht zu verpassen. Jedoch werde ich mir in den nächsten Monaten erstmal so wenig klassische deutsche Fernsehfilme antun wie möglich. Da reicht eine Woche doch fürs ganze Jahr.

Filme der „Eine Woche in der Fernsehfilm-Hölle“ Challenge:

5 Comments

    1. Eine Vermutung ist halt, dass nur das gute Zeug bei uns ankommt. Die andere, dass die Sender sich nicht trauen, etws abseits des Mainstreams auch zur besten Sendezeit laufen zu lassen.
      Es gibt die guten deutschen (Fernseh-)Filme und grade bei den Krimis haben wir eine lange Tradition – aber man muss echt lange danach suchen.
      Übrigens suche nicht nach der Remake-Serie zu „M- Eine Stadt sucht einen Mörder“, die ist nämlich großer Mist 😀

      Gefällt 1 Person

  1. Tja, das Ergebnis war zu erwarten… Dass es zur Hauptsendezeit keine Formate für die jüngere Zielgruppe ist, ist zwar bedauerlich, aber auch irgendwo verständlich. Schließlich ist die meisten von ihnen (uns) das lineare Fernsehen tot oder entspricht zumindest nicht mehr dem eigenen Lebensentwurf. Da lobe ich mir doch tatsächlich Funk und die Mediatheken.
    Und BTW: Ich glaube, auch US-Fernsehfilme sind keine Knaller…

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s