Die Apokalyptischen Filmawards 2018

Das Jahr 2018 hat uns wieder eins gezeigt: Die Apokalypse kann nicht mehr weit weg sein. Von Washington bis Chemnitz, von Hollywood bis Bavaria – Ein Großteil der Menschen scheint so langsam den Verstand zu verlieren. Was können wir in so schweren Zeiten nur tun? Keine Ahnung. Jedoch weiß ich, dass die Zeit viel zu kostbar für schlechte Filme ist. Deshalb präsentiert der Blog „Apokalypse Film“ zum ersten Mal die apokalyptischen Filmawards! Die Jury hat natürlich jegliche Kosten und Mühen gespart, um Ihnen so kurz wie möglich die Filme zu präsentieren, welche unbedingt das Film-Regal verschönern müssen. Natürlich vergisst die Jury auch nicht ihren Bildungsauftrag und somit gibt es auch eindringliche Warnungen vor den Filmen, welche noch nicht mal die Megabytes beim Streaming wert sind. Nun genug der Worte – Vorhang auf für die Preisverleihung des Tages des Jahres!

 

  • Schlechtester Film des Jahres

Die Nominierten:

A Simple Favor

Life of the Party

Avengers: Infinity War

7 Tage in Entebbe

And the winner is… LIFE OF THE PARTY.

Der Jury ist es übrigens ein großes Anliegen, mit dieser Kategorie zu beginnen, denn ab hier kann es nur noch besser werden. Der Film mit Melissa McCarthy ist ein Abklatsch vom Worst-Off aller ihrer bisherigen Filme. Wer den Streifen tatsächlich mag, hat das Kino nie geliebt… Oder einfach einen anderen Geschmack und das ist dann auch OK.

 

  • Underdog des Jahres

Nominierten:

The Man who killed Don Quixote

The Other Side of the Wind

Isle of Dogs (=nur wegen dem Wortspiel)

And the winner is… THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE.

Ein Film, über den man sehr gerne diskutieren kann, aber dafür müssten ihn überhaupt ein paar Menschen gesehen haben. Zwar hat fast jeder mitbekommen, dass Terry Gilliam nach unsagbar vielen Jahren den Film endlich fertig bekommen hat, aber kaum einer hat sich dann doch ein Kinoticket gekauft. Sehr schade, aber die Hoffnungen für einen „Kultfilm in der Zukunft“ sind noch nicht begraben.

 

  • Szene des Jahres

Die Nominierten:

Ende von „BlackKklansman“

Kaufhaus und Krankenhaus in „Roma“

Der Twist in „Your Name“

And the winner is…BLACKKKLANSMAN.

Einmal das Kino komplett ruhig zu erleben. So etwas kommt so gut wie nie vor, ist aber dafür dann auch umso aussagekräftiger. In den letzten Minuten holt „BlackKklansman“ den Zuschauer aus der fiktiven Welt raus, in der ja nie etwas wirklich schlimmes passieren kann. Es werden reale, hochaktuelle Bilder gezeigt, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Dem Zuschauer werden die Konsequenzen des Films in der Wirklichkeit vorgeführt. Ein wahrer, genialer und hochemotionaler Kinomoment.

 

  • Fail des Jahres

Die Nominierten:

Autoren vom Drehbuch für „Infinity War“

Disney für die Entlassung von James Gunn

Til Schweiger für seine Kritiker-Reaktionen.

And the winner is… TIL SCHWEIGER.

Ein bisschen Gossip hat einer Preisverleihung noch nie geschadet. Nun könnte man sagen, dass Herr Schweiger und sein Film „Klassentreffen 1.0“ ein leichtes Ziel für diese Kategorie ist, aber der Mann hat sich diesen Preis auch einfach verdient. Auf Facebook zog Schweiger jeden Kritiker ins Lächerliche, der auch nur irgendetwas gegen sein neues Werk zu sagen hatte. Seine Follower scheinen ebenso keinen Gedanken an eine Reflektion zu verlieren. Gerade in heutigen Zeiten ist so eine Hetze gegen Kritiker und Menschen mit anderen Meinungen nicht nur furchtbar schade, sondern auch brandgefährlich.

 

  • Schauspielleistung des Jahres

Die Nominierten:

Rami Malek (“Bohemian Rhapsody”)

John Huston (“The other Side of the Wind”)

Steve Buscemi (“Death of Stalin”)

And the winner is… JOHN HUSTON.

Auch wenn er die Rolle vor über 40 Jahren für Orson Welles gespielt hat und damals nicht einmal so etwas wie Netflix ahnen konnte, scheint seine Rolle wie eingefroren in der Zeit zu sein. Die alten weißen Männer von Hollywood sind heute gerne Mal ein Feindbild im Internet. John Huston spielt eben genau so einen Idioten, den man für seine Person hasst, aber für seine Kunst liebt. Aktueller denn je und eine unfassbare Schauspieler-Leistung.

 

  • Regisseur des Jahres

Die Nominierten:

Guillermo del Toro (“Shape of Water”)

Martin McDonagh (“Three Billbaords”)

Terry Gilliam (“Don Quixote”)

And the winner is… TERRY GILLIAM.

Nach über 20 Jahren stellt der Ex-Monty und Kultregisseur sein Werk zu Ende. „The Man who killed Don Quixote“ wird bei weitem nicht jedem gefallen, aber Gilliam schafft es seine Kreativität und Verrücktheit hier voll auszuleben. Diese Phantasie geht zwar manchmal auf Kosten der filmischen Qualität, aber wenigstens bekommt der Zuschauer hier etwas frisches, neues und unverbrauchtes zu sehen.

 

  • “Pile of Shame”-Mitglied des Jahres

Die Nominierten:

Hereditary

Mandy

Shoplifters

Spider-Man: Into the Spider-Verse

Aufbruch zum Mond

And the winner is…HEREDITARY.

Nicht wundern, dies ist ein ganz persönlicher Award der Jury. Im Jahr kann man nie alle Filme gucken, die man eigentlich auf der Liste hatte. Natürlich sind die nominierten Filme nur eine Auswahl der verpassten Hochkaräter, wobei gerade der Horror-Film „Hereditary“ sehr große Wellen geschlagen hat. Auf vielen Toplisten ist der Streifen ganz oben zu finden und somit sei er auch hiermit erwähnt.

 

  • Filmmusik des Jahres

Die Nominierten:

The Ballad of Buster Scruggs

Bohemian Rhapsody

Halloween

And the winner is… BOHEMIAN RHAPSODY.

Es ist nicht so schwer, mit einem Film über Queen diesen Award mit nach Hause zu nehmen. Allerdings geht es auch um die Umsetzung und Inszenierung der Musik. Diese Art von Rock muss laut, bombastisch und druckvoll aus den Boxen des Kinos geschmettert werden. Und für was wurde Dolby Atmos erfunden, wenn nicht für diesen Film?

 

  • Story des Jahres

Die Nominierten:

Der Hauptmann

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Dead Pigs

And the winner is… DEAD PIGS.

Der kleine chinesische Film hatte leider keinen richtigen Kinostart und wurde nur in Rahmen von Festivals gezeigt. Die Jury empfiehlt jedoch nach diesem kleinen Juwel Ausschau zu halten. Kleine, systemkritische Geschichten führen hier zu einem herzerwärmenden und leicht verrückten Familiendrama im chinesischen Wirtschaftswahnsinn.

 

  • Film des Jahres

Die Nominierten:

Isle of Dogs

The Man who killed Don Quixote

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

The Other Side of the Wind

Der Hauptmann

And the winner is…THE OTHER SIDE OF THE WIND.

Eigentlich ein Ur-alter Film, den Filmlegende Orson Welles leider nicht mehr fertig stellen konnte. Netflix hat sich der Sache angenommen und den schon abgedrehten Streifen zusammen gebastelt. Heraus kam vielleicht nicht DAS Meisterwerk, aber ein genialer Film über so ziemlichen jeden Aspekt in Hollywood. Eine komplette Liste der Top 10 Filme des Jahres gibt es übrigens auf dem Letterbox-Account der Jury!

 

Das waren die apokalyptischen Filmawards 2018. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und Sie können der Jury nun gerne in die Kommentare schreiben, wie richtig Sie die Entscheidungen in diesem Jahr fanden. Sonst wünsche ich allen Anwesenden ein frohes, neues Jahr und ein glückliches Händchen bei der Filmauswahl 2019!

12 Comments

  1. Ich gebe zu, ich bin auch einer von denen, die für The Man who killed Don Quixote keine arte gekauft haben. Nachgeholt wird der aber.
    Und Hereditary lauerte bei mir unter dem Weihnachtsbaum, aber bisher war noch nicht wirklich der Moment da den zu schauen…

    Gefällt 1 Person

  2. Okay, über einige Entscheidungen kann man streiten, bei vielen stimme ich der ehrwürdigen Jury aber zu. Und mit Dead Pigs gibts für mich sogar einen Geheimtipp, von dem ich noch kein Wort gehört habe, der aber definitiv auf meiner Watchlist oben landen wird. Eine Schande, dass ich „Don Quixote“ im Kino verpasst habe.

    Gefällt 1 Person

    1. Sollte es um Infinity War gehen, dann wird nicht gestritten und der ehrwürdigen Jury nur gedankt für ihren kompetenten Durchblick 😀

      Ach, mit „Don Quixote“ ging es vielen so. Wollte mal nachgucken wie viel der FIlm so eingespielt hat und musste feststellen, dass es nichtmal einen Eintrag bei Box Office Mojo gibt -.-

      Gefällt 1 Person

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