Die besten Filme aller Zeiten: Platz 11 – Die Sieben Samurai

PlatzFilme11

Erscheinungsjahr: 1954

Herkunft: Japan

Regie: Akira Kurosawa

Besetzung: Toshirô Mifune, Takashi Shimura, Keiko Tsushima

Mein Verhältnis zu den alten Werken der großen Meister des Films, könnte man als kompliziert beschreiben. Auf der einen Seite liebe ich Filme wie eben „Die sieben Samurai“, auf der anderen Seite schaue ich mir viel zu selten Streifen aus den 50ern (oder davor) an. Ob Hitchcock, Lang oder in diesem Fall Kurosawa – Bei allen ergibt sich das gleiche Bild: Nur ein paar Filme gesehen, diese aber dann für großartig befunden.

  • Blaupause für Hollywood

Die Geschichte ist jetzt nicht unbedingt atemberaubend. Ein Dorf wird von Banditen überfallen und sucht sieben Samurai auf, um in den Kampf zu ziehen. Kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, das Thema wurde von unzähligen Filmen neu aufgegriffen so z.B. als Western-Version „Die glorreichen Sieben“ und als Animations-Hit „Das große Krabbeln“. Das Original-Werk stammt jedoch von Akira Kurosawa und er hat es nicht nur als Erster auf die Leinwand gebracht, sondern auch gleich am besten. Wenn der Regisseur eins nicht leiden kann, dann sind es Klischees. Man erwartet hilflose Dorfbewohner, böse Banditen und die Samurais als strahlende Helden. Jedoch bekommt man einen Schwarz-Weiß-Film mit vielen Grautönen. Dabei sind die sozialkritischen Themen auch nach fast 65 Jahren aktuell. Bewundernswert ist auch die Optik des Epos. Die Kampfszenen wirken auch heute noch unfassbar gut und ich will gar nicht wissen, wie viel Zeit in die Choreographien der Kampfszenen geflossen ist. Während heute Greenscreen-Kämpfe meist nur ein Gähnen hervorbringen, sind diese handgemachten Effekte einfach zeitlos.

  • Emotion á la Japan

Kommen wir zu einem Teil des Films, das je nach Sichtweiße ein großer Negativ- oder Positiv-Punkt ist. Die Rede ist von der emotionalen Tiefe. Für mich baut der Streifen die Charaktere fantastisch auf und ich fiebere bei der Endschlacht jedes Mal mit, obwohl ich den Ausgang schon längst kenne. Für andere besteht der Film nur aus „Overacting“ und japanischer Gefühlsduselei. Man muss schon auf die japanische Kultur abfahren und den Mythos des Samurai mögen, um diesen Film zu lieben. Dann wird einem aber auch der beste „Schwertkampf-Film“ der Geschichte geliefert. Alle anderen können vielleicht hinter die Fassade blicken. Macht aus den Samurai einfach Ritter oder Cowboys. Das typische Klischee von den immer guten Helden, wird hier gnadenlos zerbrochen. Stattdessen werden kritische Töne angeschlagen und der mutige Samurai wird langsam zur normalen Person, mit ganz eigenen Fehlern und Schwächen. Auch wenn am Ende das Schwert sprechen muss und es auch einen Sieger gibt, so kann man wirklich nicht von einem Happy-End sprechen. Bei den „Sieben Samurai“ haben die Zuschauer also die Wahl: Fans von großer „Pferd und Schwert“ Action kommen hier genauso auf ihre Kosten, wie Genießer von sozialkritischen Dramen. Wenn man dann noch mit der japanischen Art der Filmkunst klar kommt, dann kann man hier einen der besten Filme aller Zeiten erwarten.

Für alle die sich noch unschlüssig sind. Diese Trailer-Komposition erklärt den Film eigentlich wunderbar:

Die bisherigen Plätze (Mit Verlinkung zum Artikel):

 

13 Comments

  1. Es ist bei mir schon sooo lange her, dass ich den Fim vollständig gesehen haben, sodass ich meine Erinnerung mit dem YouTube-Beitrag erst einmal wieder etwas auffrischen musste, um mir ein Bild zu machen. Das ist schon ein großartiges Stück Kino. Für mich absolut zeitlos. Der Film könnte auch erst vor 2 Jahren entstanden sein. So jung und frisch sind Charakterzeichnung, Aufbau der Handlung und der Dramaturgie. Auch die Kampfszenen wirken (meistens) kein bisschen angestaubt. Heutzutage würde man vermutlich die Montage der Bilder etwas lebhafter gestalten. Sei’s drum. Ein absolutes Meisterwerk.
    Das Einzige, was mich bei der letzten Komplett-Sicht des Film fast in den Irrsinn getrieben hat, war dass sich alle Darsteller ständig gekratzt haben. Sicherlich eine Reminiszenz an die hygienischen Verhältnisse im alten Japan, aber ich fühlte mich im Verlauf des Films wie von einem Dutzend Flöhen heimgesucht.

    Gefällt 1 Person

    1. Es ist schon ein wunderbarer Film. Ein paar Schnitte mehr, besseres Bild und vielleicht etwas dezentere Darsteller – schon hätte man einen aktuellen Genre-Film.

      Das ist mir noch nie so aufgefallen. Aber jetzt wo du es sagst – muss ich mich kratzen. Danke 😀

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