Review: Ready Player One

Review_PlayerOne

Erscheinungsjahr: 2018

Herkunft: U.S.A.

Regie: Steven Spielberg

Darsteller: Tye Sheridan / Olivia Cooke / Ben Mendelsohn / Simon Pegg / Mark Rylance

Virtual Reality + Ein Bestsellerroman + Ganz viel 80er und 90er Jahre Nostalgie + Steven Spielberg = Ein guter Film? Vor nicht allzu langer Zeit würde jeder dieser Gleichung Recht geben. Jedoch ist der Roman umstritten, Spielberg hat seine besten Tage hinter sich und das ganze Abfeiern der letzten Jahrzehnte fängt immer mehr an zu nerven. Lohnt sich „Ready Player One“ trotzdem?

  • Story für Anfänger

Die Geschichte des Films startet im zukünftigen Columbus, U.S.A. Der geniale Erfinder Halliday hat eine riesige, virtuelle Welt namens „Oasis“ erschaffen. Mit Hilfe von Virtual Reality Brillen leben dort mittlerweile Millionen von Menschen, um ihrem schrecklichen Alltag zu entfliehen. Als Halliday stirbt kündigt er ein Wettrennen um drei Schlüssel an. Wer die Rätsel knackt, bekommt als Belohnung ein „Easter Egg“ und damit die Herrschaft über das gesamte, virtuelle Universum. Nach fünf Jahren hat noch immer keiner einen Schlüssel gefunden, aber der Hauptcharakter Wade und seine Freunde geben nicht auf. Gleichzeitig versucht auch die böse Firma IOI an die Schlüssel zu gelangen, um aus der „Oasis“ Gewinn zu schlagen. Aus dieser Ausgangslage entwickelt sich eine sehr klassische Story. Gut gegen Böse, etwas Liebe und ein paar kleine Wendungen ergeben dann den Rest des Films. „Ready Player One“ gewinnt mit Sicherheit nicht den Preis für eine originelle Geschichte. Wobei man sagen muss, dass die Story funktioniert und gerade zum Ende hin auch etwas Spannung erzeugt wird. Lieber eine alte Geschichte gut erzählt, als eine neue schlecht umgesetzt.

  • Es war einmal

Das größte Highlight von „Ready Player One“ ist auf jeden Fall die Welt. Das virtuelle Paradies sieht zu jeder Sekunde einfach fantastisch aus. Die einzelnen Planeten der Oasis sind mit sehr gutem CGI gestaltet und platzen nur so vor Popkultur-Zitaten. Da zerstört King Kong die Stadt und in der nächsten Minuten kauft sich unser Held im Shop eine „Heilige Handgranate“. Hieraus ergibt sich ein schöner Effekt: Während die Charaktere auf der Suche nach dem „Easter Egg“ sind, sucht der Zuschauer in diesem riesigem CGI-Gewitter nach der nächsten Figur aus der Popkultur. Natürlich ist es sehr spaßig diese Zitate zu erkennen und als vielleicht einziger im Kino laut zu lachen. Der Film ruht sich aber nicht nur darauf auf. Die Welt hat eigene Regeln, eine eigene Popkultur und eigene Helden. Es ist übrigens schön zu sehen, dass nicht nur die größten Marken wie „Zurück in die Zukunft“ zitiert wurden. Schade ist nur, dass uns die Welt nicht harmonisch beigebracht wird. Die ersten Minuten bestehen daraus, dass uns Hauptcharakter Wade aus dem Off heraus erzählt, warum diese Welt existiert, wer gut und wer böse ist, wie die Oasis funktioniert und was das Ziel des Films ist. Die erste viertel Stunde bekommt somit das Flair eines Hörbuchs zum Film, vergleichbar mit Audioerzählern aus dem Museum. Die Einführung der Welt geschieht somit etwas holprig, aber im weiteren Verlauf kann sich der Film wieder fangen und seine Einzigartigkeit für sich sprechen lassen.

  • Leute holt das Popcorn raus!

„Ready Player One“ ist ein Blockbuster wie er im Buche steht. Wer hier eine Story mit tiefen Charakteren und großen Plot-Twists erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Der Film konzentriert sich auf seine größte Stärke, nämlich der Umsetzung einer fantastischen Welt. Außerdem muss man es mögen, wenn einem im Sekundentakt Popkultur-Zitate um die Ohren gehauen werden. Erfreulich ist, dass sich der Streifen nach einem müden Start deutlich steigert. Durch eine nette Idee wird sogar der sonst so langweilige Mittelteil sehr unterhaltsam. Schwieriger ist dagegen die Sprache des Films. Wer noch nie ein Videospiel gezockt hat, wird bei einigen Worten wie „Walkthrough“ oder „Twitch“ seine Probleme haben. Das Meiste wird auch dem ungeschulten Auge klar, aber meine Mutter zum Beispiel würde wahrscheinlich nur die Hälfte aller Worte im ganzen Film verstehen. Am Ende ist es eben ein Film von Nerds und für Nerds, mit dem aber auch Nicht-Fans von Videospielen und Filmen Spaß haben können. „Ready Player One“ ist ein sehr unterhaltsamer Blockbuster mit ein paar störenden Ecken und Kanten, einer schönen Message und einer Menge Popkultur.

Pro:

  • Wunderschöne Welt
  • Mittelteil und Ende sehr gut gelungen
  • Guter Darsteller

Contra:

  • Popkultur-Gewitter kann störend wirken
  • Sehr schleppender Beginn
  • Hauptcharakter bleibt sehr blass

WERTUNG – READY PLAYER ONE – 7,5 / 10

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s