Ver-piled #3: Swiss Army Man

Pile_SwissArmy

Erscheinungsjahr: 2016

Herkunft: U.S.A.

Regie: Dan Kwan / Daniel Scheinert

Genre: Comedy / Roadtrip / Irgendwas…

Erinnert ihr euch noch an diesen Film? Als „Swiss Army Man“ 2016 in die Kinos kam und von der Kritik mehr als gut aufgenommen wurde, wollte ich dieses Kuriosum eigentlich auch auf der großen Leinwand genießen. Leider kam ich damals nicht dazu, aber ich erinnerte mich immer wieder daran, diesen „Film mit der furzenden Leiche“ endlich mal nachzuholen.

  • Das ist also „Kunst“?

Der Film beginnt am Strand einer einsamen Insel. Hank (Paul Dano) ist dort gestrandet und versucht jetzt seinem Leben ein Ende zu setzten. Doch bevor er das schafft, wird eine Leiche (Daniel Radcliffe) vom Meer angespült. Mit Hilfe der Furzkräfte des Toten, schafft es Hank die Insel zu verlassen. Zusammen versuchen sie nun durch einen Wald zurück in die Zivilisation zu kommen. Die Leiche namens Manny ist dabei überaus nützlich, denn er kann nicht nur furzen, sondern hat auch noch viele andere nützliche Funktionen. Als Manny auch noch lernt zu sprechen, beginnt ein Roadtrip voller Absurditäten, aber auch mit extrem viel Charme. Der Film bewegt sich dabei über die kompletten 97 Minuten zwischen sehr stumpfen Humor und tiefen Diskussionen über das Leben. In der einen Minute ist der Penis der Leiche ein Kompass, in der anderen versucht Hank dem toten Manny zu erklären, was Liebe ist. Dieser Kontrast ist natürlich extra gewählt, muss aber beim Publikum nicht auf Gegenliebe stoßen.

  • Es ist kompliziert

Bei „Swiss Army Man“ kann man sich zwei Fragen stellen: Ist der Humor lustig und die Philosophie tiefgründig? Oder sind das einfach nur dumme Witze und die Gespräche pseudo-philosophisch? Ganz klare Antwort: Es ist Geschmackssache. Mir persönlich war der Humor stellenweiße zu platt. Der Gag mit der Leiche, die wie ein Schweizer Taschenmesser funktioniert, ist nur am Anfang ganz lustig. Im späteren Verlauf haben mich die Gespräche zwischen Hank und Manny weitaus mehr interessiert. Hier kann der Film mit sehr viel Charme und Kreativität punkten, während man sich über die Logik des Ganzen schon nach wenigen Minuten keine Gedanken mehr macht. Am Ende sind mir die Charaktere trotz ihrer Absurdität ans Herz gewachsen. Was bleibt, ist ein Film mit dem „Herz am rechten Fleck“. Viele Kritiker lobten damals die Mischung aus „traurig schön“ und „brüllend komisch“. Tatsächlich hat mich „Swiss Army Man“ berührt und zum Nachdenken angeregt. Vom Stuhl gefallen vor Lachen bin ich aber nicht. Deshalb funktioniert der Streifen für mich sehr gut als künstlerischer und sehenswerter Roadtrip, mit einem tollen Soundtrack und überzeugenden Schauspielern. Als reine Komödie würde ich den Film allerdings nicht weiterempfehlen.

Swiss Army Man – Wertung – 7/10

4 Comments

  1. Finde ihn ziemlich großartig. Stimme zu, dass es kein Film ist, dem bei man sich wegen des Humors wegschmeisst. Er ist halt viel zu absurd, weshalb man nicht immer weiß, ob das jetzt lustig oder einfach nur bescheuert ist. Aber in Verbindung mit der Geschichte ein wundervoller Film, der – wie du ja auch sagst – sehr zum Nachdenken anregt

    Gefällt 1 Person

    1. Vom Humor hatte ich mir irgendwie mehr versprochen, aber das lag wohl auch an meiner Erwartungshaltung. Wenn man erstmal weiß, was der Film seihen will, kann man den sehr gut genießen : )

      Gefällt 1 Person

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