30 Wochen – 30 Filme – Nr.23

Nr.23Fragen

So langsam, aber sicher, gehen wir dem Ende der „30 Wochen – 30 Filme“-Aktion entgegen. Noch haben wir aber ein paar Wochen vor uns, bevor ich dann mit einer neuen Blog-Reihe weiter machen werde. In Woche 23 heißt die Frage „Welcher Film hat das beste Filmende?“. Schwierig, aber nicht unlösbar. Am Ende eines guten Films steht (zumindest oft) eine überraschende Wendung. Der „Plot-Twist“ ist dabei hohe Kunst, welche aber nur bei einem guten und intelligenten Drehbuch funktioniert. Mein Antwort-Film hat genauso eins. Dazu kommt ein Meisterregisseur, Darsteller die was von ihrem Fach verstehen und wie schon erwähnt, ein unglaubliches Ende.

  • Fernöstliches Meisterwerk

Immer wenn ich einen Film aus Japan oder Korea sehe, nehme ich mir vor so etwas öfter zu gucken. Wirkliche Darsteller, Regisseure oder Produktionen kenne ich aus diesen Ländern eher wenige. Einer der mir aber für immer im Gedächtnis bleibt ist der Südkoreaner Park Chan-Wook. Dieser Regisseur hat 2003 „Oldboy“ auf die Leinwand gebracht. Zehn Jahre später erscheint ein Remake von Spike Lee in den Kinos, worauf ich eigentlich schon sehr gespannt war. Als ich jedoch erfahren habe, dass dieser Film nur ein Remake sein soll, musste ich natürlich das Original vorher gucken (in Deutschland ist der Film leider sehr schwer zu haben). Gesagt, getan. Mit ein paar Kumpels auf die Couch, die DVD von „Oldboy“ eingelegt und schon freue ich mich auf ein paar unterhaltsame Stunden. Im Film geht es um Dae-Su, welcher 15 Jahre lang in einem Zimmer eingesperrt wird. Als er sich befreien kann, verspürt er nichts als Rache. Auf seiner Reise trifft er das Mädchen Mi-Do und verliebt sich in sie. In den folgenden Minuten beginnt ein phänomenaler Rachefeldzug mit viel Kampf, Blut und einer ordentlichen Portion Verrücktheit. 15 Jahre Isolation gehen eben nicht spurlos an einem vorbei…

  • Plot-Twist, der den Namen verdient

Bis zu diesen Zeitpunkt hat der Zuschauer schon viel erlebt. Besonders der Hauptdarsteller überzeugt und überrascht. Er isst einen lebendigen Oktopus, foltert den Aufseher seines Gefängnisses auf bestialische Weiße und versucht hinter das Geheimnis seiner Entführung zu kommen. Was dieses große Geheimnis ist, verrate ich hier natürlich nicht. Vom letzten Drittel des Films darf man nämlich absolut überhaupt nichts wissen. Nur so viel: Der Wendung an sich ist schon gigantisch. Nicht nur das ich damit nicht gerechnet habe, dieses Ende macht auch noch vollkommen Sinn im Kontext des Films. Außerdem sind die letzten 15 Minuten wahnsinnig gut inszeniert. Hier wollen die Macher nicht nur mit dem hohen Grad an Gewalt schocken. Sie verwandeln die Gewalt und die Brutalität in reine Kunst. Durch die hautnahe Inszenierung wird der Zuschauer nicht nur durch die Gewalt mitgenommen. Auch emotional hat mich „Oldboy“ gepackt und wie Müll wieder weggeworfen. So eine emotionale Achterbahnfahrt und so tiefe „WTF“-Momente hatte ich bei einem Film wirklich selten. Die überragenden Charaktere, welche niemals nur schwarz oder weiß sind, tragen zu der besonderen Stimmung bei. Jedoch warne ich alle, die mit dem asiatischen Kino nichts anfangen können. Die Wendungen und Emotionen sind nämlich sehr durch die ostasiatische Kultur geprägt. Das muss nicht jedem gefallen. Mich hat das Ende von „Oldboy“ damals jedoch erwischt wie eine Abrisskugel und bis heute liebe ich diesen Film dafür. Vom amerikanischen Remake kann ich aber nur jedem abraten. Wer will schon die „OK“-Version, wenn man mit dem Original ein Meisterwerk des asiatischen Kinos bekommen kann.

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