Review: Star Wars VIII

Review_StarWars8

Erscheinungsjahr: 2017

Herkunft: U.S.A.

Regie: Rian Johnson

Studio: Disney, Lucasfilm

Willkommen zu der vielleicht schwierigsten Kritik des ganzen Jahres, welche ganz nebenbei auch noch mein 100. Beitrag auf diesem Blog ist. Zum Feiern bleibt jedoch wenig Zeit, denn es geht immerhin um Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi. Ich bin großer Fan dieser Weltraumsaga und somit habe ich mich natürlich extrem auf den neuen Teil gefreut. Nach über 2,5 Stunden im Kino habe ich jedoch ein Problem: Ich habe zu jedem Star Wars-Teil eine ganz klare Meinung, mit Episode 8 tue ich mir jedoch extrem schwer. Warum das so ist, erzähle ich hier in den nächsten paar Zeilen, einmal mit und einmal ohne Spoiler.

  • Spoilerfrei: Licht und Schatten

Es beginnt wie immer: Der blaue Schriftzug erscheint, kurze Pause und dann beginnt die berühmte Musik mit dem gelben Scroll-Text. Ich sitze währenddessen im Kino und mich überkommt eine Gänsehaut. Diese verliere ich zwar in den ersten Minuten direkt wieder, aber das gehört in den Spoiler-Teil hinein. Episode VIII beginnt mit einer Weltraumschlacht zwischen der „Ersten Ordnung“ und den Rebellen. Gleichzeitig versucht Rey mit aller Macht Luke Skywalker davon zu überzeugen, wieder im Krieg zu helfen und sie auszubilden. Mehr erzähle ich nicht zur Story, aber hier beginnen die Probleme des Films noch nicht. Das erste Drittel macht wirklich viel Spaß, es passiert viel und man fiebert mit. Leider kann das zweite Drittel mit diesem Tempo bei weitem nicht mithalten. Zum Glück steigert sich dies zum Ende dann nochmal. Die Grundvoraussetzungen für einen guten Star Wars Film sind aber gegeben. Alles sieht fantastisch aus, die Raumschiffe sind toll designt, die Schauspieler (besonders Mark Hamill) machen einen fantastischen Job und der ikonische Soundtrack macht das wohlige Gefühl perfekt. Die neuen Charaktere sind aber nur halbwegs interessant und auch die Schauplätze und deren „Bewohner“ sind nicht sehr gut gelungen. Schon bei den ganz allgemeinen Dingen merkt man schon, bei „Die letzten Jedi“ wechselt sich Licht und Schatten die ganze Zeit ab. Was ich genau damit meine, erfahrt ihr im Spoilerteil.

  • Mit Spoiler: Es ist kompliziert

Im ganzen Film geht es um die Balance von Gut und Böse. Für mich scheint es fast so, dass Regisseur Rian Johnson das auch als Vorlage für seine Arbeit genommen hat. Auf Licht folgt Schatten, auf Pro folgt Contra. Immer wenn ich an diesen Film denke, fallen mir Szenen ein, die zu dem Besten gehören, was ich jemals in einem Star Wars-Film gesehen habe. Die Joda-Szene, der letzte Sprung in den Hyperraum oder der Kampf von Rey und Kylo gegen die Palastwachen – hier pochte mein Fan-Herz deutlich schneller und ich war mitten im Universum. Dann gibt es da noch die dunkle Seite von Episode 8. Leia´s übertriebene Rückkehr zu den Lebenden, der lächerliche Tod des „mächtigen“ Snoke oder die unzähligen Gags in wichtigen Momenten. Besonders letzteres geht mir richtig auf die Nerven. Star Wars hatte schon immer Humor und ich habe nichts gegen den einen oder anderen Witz. In wichtigen und emotionalen Momenten gehört der Humor aber nicht hin. Das nervt mich schon bei Marvel-Filmen wie z.B. „Guardians of the Galaxy“. So etwas wirkt einfach auf mich, als würden die Charaktere ihr eigenes Universum nicht ernst nehmen. Mit diesem übertriebenen Einsatz, haben die Macher es geschafft, die „Erste Ordnung“ als Witz darzustellen. Besonders ihr Anführer Hux wird von einem machthungrigen und bösen Anführer, zu einer absoluten Lachnummer degradiert. Anderes Beispiel: Das erste was im Film passiert, ist ein „lustiges“ Gespräch zwischen Poe und Hux, bei dem man sich schon fast so fühlt wie in „Spaceballs“. Einzig über die neuen Vogelviecher rege ich mich nicht so wahnsinnig auf, weil Chewbacca die Rolle des Zuschauers übernimmt und einfach nur genervt ist von diesen Marketing-Geschöpfen. Neben dem übertriebenden und unpassenden Humor, habe ich aber noch einen zweiten großen Kritikpunkt. Episode 7 wird niemals mein Lieblingsfilm, aber er hat eine neue Trilogie gestartet und neue Charaktere eingefügt. Regisseur Rian Johnson zerstört fast alles aus dem Vorgänger. Die größte Gefahr – Tot! Wichtige Charaktere der dunklen Seite – entweder lächerlich gemacht oder tot! Der größte Cliffhanger von Episode 7 – einfach für einen billigen Gag verbraucht! Johnson ignoriert die offenen Fragen und Storystränge aus dem Vorgänger und räumt damit gnadenlos auf. Für den Mittelteil einer Trilogie finde ich es sehr schade, dass man mit dem Erbe des ersten Teils so umgeht. Den viel zu langen Mittelteil im Casino hätte man z.B. für wichtigere Plots verwenden können.

  • Fazit: Warum mag ich „Die letzten Jedi“?

Wenn ich hier gerade (vor dem Fazit) nochmal meinen Text anschaue, sieht das schon alles nach einem ziemlichen Zerriss aus. Das stimmt jedoch nicht. Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit Episode VIII. Das liegt vor allem an der Leistung und der Inszenierung von Luke Skywalker, meinen persönlichen Lieblingscharakter der gesamten Saga. Vor allem rechne ich dem Film aber hoch an, nicht den gleichen Fehler zu machen wie sein Vorgänger. Da war mein größter Kritikpunkt (wie bei vielen), das langweilige Drehbuch, welches zu sehr an Episode IV erinnert. Hier wollte man alles Mögliche tun, dass „Die letzten Jedi“ nicht wie Teil V oder ein anderer Star Wars-Teil wirkt. Das haben die Macher auch eindrucksvoll erreicht. Der Film ist eigenständig, traut sich neue Wege zu gehen und schafft es trotzdem noch, das alte Gefühl hochleben zu lassen. An wenigen Stellen habe ich mich sogar so gefühlt, wie als Kind beim erstmaligen Anschauen der Original-Trilogie. Schade, dass es nur so wenige Szenen davon gibt. Dem gegenüber stehen leider viele Szenen, die mich wirklich aufregen und (wie schon erwähnt) die mit unnötigem Humor vollgestopft sind. Oder hättet ihr gerne ein paar Gags, wenn Luke gegen Darth Vader in Episode VI kämpft? Ich für meinen Teil, brauche keinen Humor bei den wirklich wichtigen und epischen Szenen. Am Ende bleibt ein sehr guter Film, bei dem mich im Grunde nur einzelne Szenen wirklich stören, das Gesamtbild aber trotzdem stimmig bleibt. Jetzt beginnt die Hoffnung, dass Episode IX alles zu einem guten und gelungenen Finale bringt.

Wertung – Star Wars VIII – 7,5/10

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