30 Wochen – 30 Filme – Nr.17

Nr.17Frage

Im Gegensatz zu den letzten Wochen, gibt es heute mal wieder eine knifflige Frage. „Was ist meine Lieblingsfigur in einem Film?“ – Das bietet so viele unzählige Antwort-Möglichkeiten. Häufig wird bei Figuren über Identifikation gesprochen. Solch eine Persönlichkeit braucht beinahe fast jeder Film, um bei den Zuschauern Emotionen auszulösen. Aber auch da gibt es Ausnahmen. Anti-Charaktere (wie z.B. der „Joker“) können uns genauso faszinieren. Spätestens Quentin Tarantino hat es mit „The Hateful Eight“ geschafft, dass ein Film auch gut werden kann, wenn es keine einzige sympathische Figur gibt. Der klassische „Good-Guy“ ist aber mit Sicherheit weiter verbreitet. Was wäre denn „Star Wars“ ohne Luke Skywalker, „Der König der Löwen“ ohne Simba oder „Forrest Gump“ ohne… naja, Forrest Gump. Meine Lieblingsfigur liegt irgendwo dazwischen und vielleicht finde ich sie genau deshalb so faszinierend.

  • Einfach mal runter kommen

Meine Lieblingsfigur muss einiges können. Sie muss zum Teil so sein wie ich, zum Teil so sein, wie ich gerne wäre und zum anderen jedoch auch immer ein wenig anders. Somit kann es für mich nur eine richtige Antwort geben: Die beste Filmfigur ist „Der Dude“ aus „The Big Lebowski“. Dieser Charakter (unglaublich gut gespielt von Jeff Bridges) hat mit mir und mit vielen anderen Zuschauern ein paar Dinge gemeinsam. Er chillt gerne, gestaltet sein Hobby mit seinen besten Freunden und ist ganz allgemein ein sehr entspannter Typ, der nur durch Zufälle mal in abgefahrene Situationen kommt. Außerdem will ein kleiner Teil in einem selbst, auch genau dieses Leben führen. Keine Verpflichtungen mehr, kein Stress mehr, einfach in den Tag hinein Leben! Trotzdem bringt die Figur durch ihren Lebensstil einen gewissen Abstand zum Zuschauer mit. Denn wirklich genau dieses Leben führen, will glaube ich fast keiner. Alleine der hohe Alkohol- und Drogenkonsum macht den „Dude“ zu einer Figur, die nicht in das normale Lebensbild des Zuschauers passt. Zumindest bei den meisten Besuchern des Films. Von den positiven Aspekten des „Dude-Leben“ hätte man im eigenen jedoch gerne viel, viel mehr.

  • Große Figur – großer Film

Meine Lieblingsfigur muss jedoch nicht nur alleine funktionieren. Auch der Film in dem sie mitspielt muss herausragend sein. Und wie gut ist bitte „The Big Lebowski“ von den Coen-Brüdern. Dieser Streifen macht einfach nur Spaß. Er ist witzig, verrückt, erzählt eine verwogene Story und hat mit die interessantesten Charaktere der Hollywood-Geschichte. Egal ob John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore oder eben auch Jeff Bridges – alle liefern hier unglaubliche Leistungen ab. Klar, der Film ist nicht für alle was. Besonders beim Humor und bei der Story scheiden sich die Geister. Aber „The Big Lebowski“ ist einzigartig in der Geschichte des Films. Der Loser wird hier nicht zum Held, es gibt kein klares Gut gegen Böse und auch die Charaktere sind mal sympathisch und mal nicht. Damit schafft es der Film ziemlich realistisch zu sein, obwohl fast 120 Minuten alles ziemlich abgedreht wirkt. „Der Dude“ steht mitten drin, als Person die überhaupt keinen Bock auf das alles hat, aber trotzdem dadurch muss. So geht es wahrscheinlich auch den Zuschauern, die „Big Lebowski“ nicht für ein absolutes Meisterwerk halten. Dazu gehöre ich nicht. Der Film und die Figur des „Dude“ gehören zu meinen absoluten Favoriten. Nur in einem Punkt widerspreche ich dem „Dude“: Die Eagles sind eine fantastische Band!

2 Comments

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s