Review: Have you seen my Movie?

Review_SeenMovie

Beitrag zum Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Erscheinungsjahr: 2017

Herkunft: UK / Kanada

Regie: Paul Anton Smith

Wenn ein Filmfestival bei mir um die Ecke stattfindet, lass ich mir das natürlich nicht entgehen. Schade nur, dass das 66. Filmfest von Mannheim und Heidelberg ziemlich stark mit meinem Terminkalender kollidiert. Zu dem ein oder anderen Film habe ich es dann aber doch geschafft und somit kann ich euch heute „Have you seen my Movie“ vorstellen. Von einem Festival-Streifen erwartet man ja immer etwas besonderes und schön gegen den Mainstream gerichtet. In diesen Kategorien kann ich dem Film schon mal 100 Punkte geben, denn so etwas hat man auf der großen Leinwand noch nie gesehen.

  • Den kenn ich doch!

Worum geht´s? Naja, leider eine sehr schwierige Frage. Einfach Ausgedrückt geht es ums Kino, um die Leidenschaft für die Lichtspielhäuser, um die Liebe zu allen Film-Genres, aber auch um den Hass auf nervende Zuschauer, auf hochnäsige Filmkritiker und so weiter und so fort. Kurz: Es geht um alles, was mit „Kino“ zusammenhängt. Allerdings hat „Have you seen my Movie“ einen sehr interessanten Kniff. Keine Szene wurde für den Film extra produziert, denn hier wurden hunderte (!) von Filmszenen zusammengeschnitten. Das alles ergibt dann am Ende eine 136 minütige Liebeserklärung an das Medium Film und der Institution Kino. Zu Beginn gibt es typische Kinoszenen. Der Ticketkauf, der Einlass, der Saal und die vielen unterschiedlichen Arten von Kinozuschauern werden gezeigt. Der wirkliche Zuschauer wird erst mal erschlagen von den Eindrücken der vielen Szenen. Den Film kenn ich doch? Der Schauspieler kommt mir bekannt vor? Ist die Szene nicht aus Film XY? Ihr könnt euch vorstellen, der Saal war anfangs ziemlich unruhig, da natürlich viele das Bedürfnis hatten, ihren Nachbarn die dringenden Fragen mitzuteilen. Schnell realisiert man jedoch, dass es so nicht die ganze Zeit weiter gehen kann und man lieber anfangen sollte, die Eindrücke auf einen wirken zu lassen. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich immer mal wieder lächeln musste, wenn eine Szene aus einem meiner Lieblingsfilme gezeigt wurde.

  • Großartige Idee, aber…

Jetzt ist es schon schwer vorstellbar, wie ein Film sich mit Inhalt füllt, wenn über 2 Stunden nur einzelne Filmszenen gezeigt werden. In der ersten Hälfte macht das der Regisseur noch ganz intelligent. Man merkt immer den roten Faden, egal ob es jetzt die einzelnen Genre des Films sind oder eine Thematik des Kinos. Etwa 5-15 Minuten bleibt der Film bei einem Thema, bevor er zum nächsten wechselt. Meistens geht es jedoch nicht um die Filme an sich, sondern um die Zuschauer. So wird der Ton mancher Filmszenen übernommen, während man eine Kino-Szene eines anderen Streifens sieht. Das Ganze wirkt noch sehr lange frisch und aufregend, nur leider verliert sich „Have you seen my movie?“ irgendwann. Die Strukturen sind immer weniger zu erkennen und die Szenen wiederholen sich auch sehr oft in ihrem Inhalt. Nicht falsch verstehen! Ihr werdet hier keine Szene zweimal sehen, jedoch wiedeholt sich der Ausdruck einzelner Szenen zum Ende hin immer mehr, bevor der Film ganz zum Schluss nochmal den roten Faden zurückfindet. „Have you seen my Movie“ hat eine super Idee und mit Sicherheit steckt eine Menge Arbeit in diesem doch sehr unterhaltsamen Werk. Die Laufzeit ist jedoch viel zu lang, so dass sich der positive Effekt der einzelnen Szenen und deren Zusammenschnitt irgendwann auflöst. Zu diesem Zeitpunkt wird das Anschauen eher etwas anstrengender. Für echte Filmfans, Nostalgiker und Verfechter des alten Kinos ist der Film jedoch absolut empfehlenswert.

Wertung – Have you seen my Movie – 7/10

5 Comments

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s