30 Wochen – 30 Filme – Nr.5

Nr.5Fragen

Willkommen zur 5.Ausgabe von „30 Wochen 30 Filme“ (heute mal sonntags). Bei der Blogaktion von MA-GO geht es darum in 30 Tagen (bzw. Wochen) 30 Fragen mit einem Film zu beantworten. Während die letzten Fragen ziemlich allgemein waren, gehen wir heute etwas tiefer in den Bereich „Filmerlebnisse“ mit der Frage „Welcher Film erinnert dich an jemanden?“ Spontan ist mir natürlich meine Familie eingefallen. Allerdings teile ich zum Beispiel mit meinen Eltern nicht gerade denselben Filmgeschmack (außer vielleicht Bud-Spencer-Streifen). Ebenfalls kam mir eine großartige Szene von „Django Unchained“ in Erinnerung. Diesen habe ich mit meiner Tante im Kino gesehen. Als es im letzten Drittel ziemlich blutig wurde, konnte ich nicht mehr vor Lachen, während meine Tante er schockiert auf die Leinwand starrte. Mein Antwort-Film basiert auch auf eine Kinoerfahrung, in der es kaum unterschiedlichere Reaktion hätte geben können.

  • Im Weltraum hört dich niemand gähnen

Es ist ein Donnerstag im Jahr 2014. Ich und ein paar Kollegen von der Arbeit kommen auf die Idee ins Kino zu gehen. Wir entscheiden uns für „Interstellar“. Da wir vor dem Kino noch gerne etwas trinken und essen gehen wollten, buchen wir unsere Tickets für die 23:00 Vorstellung. Schwer zu sagen, ob ich es anders gemacht hätte, wenn ich gewusst hätte was auf uns zu kommt. Wir sitzen im ganz gut gefüllten Kino und das Licht geht aus. Vorhang auf für einen der besten Filme den ich je gesehen habe. Der Look, die Musik, die Charaktere – einfach alles scheint von Anfang an zu passen. Wirklich beginnt der Streifen aber erst im Weltraum. Ich habe in meinem Leben noch nie so einen ruhigen Kinosaal erlebt, wie in den Szenen außerhalb des Raumschiffes, wenn die Musik aufhört und nur die weiten des Alls zu sehen sind. Da der Film fast drei Stunden andauert, wird natürlich bei der Hälfte eine Pause gemacht. Als wir raus gehen bleiben ich und meine Kollegen jedoch ziemlich ruhig. Naja bis einer sagt, dass der Film ihm bis jetzt ziemlich gut gefällt. Daraus ergab sich ein Gespräch, welches ergab, dass eigentlich alle restlos begeistert sind. Nur einer sieht etwas ruhig aus und sagt zur ersten Hälfte „Interstellar“ nur ein „ganz gut“. Bevor wir wieder reingehen sehe ich ihn gähnen.

  • Ein Meisterwerk zum einschlafen

Die zweite Hälfte des Weltraum-Epos übertrifft nochmal alles. Auf der Leinwand entstehen Szenen, die ich in meinem Leben nie wieder vergessen werde (z.B. Das „Andockungs-Manöver“). Der Film endet mit einem Plottwist, den ich wirklich nicht vorhergesehen habe und man hört im Publikum förmlich die Gehirne arbeiten. Nur so zur Info: Wir haben mittlerweile zwei Uhr morgens und ich sitze angespannt wie nie auf der Kante meines Kinosessels. Endlich der Abspann! Das Licht geht wieder an und ich schaue nach links und rechts. 4 von 5 teilen wohl meine Meinung. Sie grinsen und man hört ein leichtes „wow“. Alle sind also voll auf begeistert? Naja, fast alle. Einer liegt seelenruhig in seinem Sitz und wischt sich mit den Händen durch die Augen. Er hat doch nicht etwa wirklich geschlafen!? Doch und wie mir im dann erzählt wurde sogar ziemlich gut und relativ lange. Ich war fassungslos. Wie kann man bei einem so großen Meisterwerk nur einschlafen? Seine Antwort darauf: „Ich fand den Film langweilig“. Wieder einmal wurde mir bewiesen, dass sich bei Filmen halt immer die Geschmäcker streiten werden.

  • Die Sache mit dem Filmgeschmack

Ich werde „Interstellar“ immer in Verbindung mit diesen Abend und diesem Kollegen bringen. Allerdings erinnert mich der Film nicht nur diese eine Person, sondern auch an die (meiner Meinung nach) furchtbare Berichterstattung. Mal ganz ohne „Fanboy-Brille“ – wie unfair wurde damals mit diesem Kinoerlebnis umgangen. Alle Kritiker feierten den Film zwar für die schauspielerischen Leistungen, den Soundtrack und dem gesamten Look n´Feel, suchten jedoch eifrig nach dem Haar in der Suppe. Ständig war der Vergleich mit „2001“ zu hören, von dem sich Nolan eindeutig inspirierte, aber welcher heutige Film hat keine Inspirationsquelle? Außerdem gab es natürlich noch die Argumente mit den unlogischen Szenen. So etwas als Hauptargument gegen einen Sci-Fi-Movie zu bringen halte ich schon allgemein für sehr schwierig. Meiner Meinung nach wurde der Film von der Kritik zu sehr runter geredet, während er sich bei ImdB und Co. sehr großer Beliebtheit freute. Da ist mir die ehrliche Meinung meines Kollegen doch lieber. Wenn man einen Film schlecht findet habe ich kein Problem damit. Einen Film aber künstlich runter zu reden, nur weil man unbedingt etwas zu kritisieren hat, finde ich einfach nur schrecklich und ist mir danach auch nie wieder so stark aufgefallen.

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