Review: Stahlfabrik

Review_Stahlfabrik

Erscheinungsjahr: 2017

Herkunft: Deutschland

Produzenten/Regie: Alper Turfan / Marius Stolz / Jonas Ressel

Doppelte Premiere: Zum ersten Mal gibt es hier eine Kritik zu einem Kurzfilm und es ist ebenfalls die erste Review zu einem Film der weder im Kino läuft, noch auf Bluray verfügbar ist oder von einem Streaming-Portal produziert wurde. „Stahlfabrik“ ist der erste Film des Youtube-Kanals „Die Filmfabrik“. Die sind eher bekannt für ihre ausschweifenden „Game of Thrones“-Reviews und Filmkritiken. Da man aber nicht nur meckern soll, haben sich die Macher hinter dem Kanal entschlossen selber einen kleinen Film zu drehen. Anlass dazu war eine Kooperation mit „Warner Bros.“ und dem bald im Kino laufenden „Conjuring 2“. Ein Youtube-Product-Placement-Werbefilm also? Naja nennen wir es lieber „independent-low-budget-Herzensangelegenheit“. Warum letzterer Titel besser zu trifft und wie das kleine Werk am Ende geworden ist , erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Den Film könnt ihr übrigens hier sehen: https://www.youtube.com/watch?v=ReFBKwoqulU

  • Film goes Stahl

Als aller erstes muss man sagen, dass die Herren hinter der Filmfabrik nicht nur den Film gedreht haben, sondern auch ein Making of, Outtakes und eine eigene Review veröffentlicht haben. Dabei ist die eigene Kritik natürlich teils lustig gemeint, aber tatsächlich spricht Moderator Alper hier auch einige Punkte ernster an. Aber worum geht es denn überhaupt in „Stahlfabrik“? Alles fängt ganz normal an. Alper sitzt vor der Kamera und begrüßt die Zuschauer zu einer neuen Folge. Dann bekommt er jedoch ein Paket von seinem Kameramann Jonas zugestellt, in der die berühmte „Annabelle“-Puppe sitzt und ein paar Sekunden später findet sich der Moderator in der Nähe einer verlassenen Stahlfabrik wieder. Was dort passiert möchte ich nicht spoilern, kann es aber auch nicht. Der Kurzfilm bleibt in seiner Story ziemlich kryptisch. Anstatt auf eine voll ausgezählte Geschichte zu setzten (die auf Grund der kurzen Spielzeit vielleicht auch nur schlecht möglich war), sollen lieber die Szenen für sich sprechen. Der Zuschauer kann also alles Mögliche rein interpretieren. Die Lösung mit der offenen Geschichte halte ich tatsächlich für sehr gelungen, da der Horror-Kurzfilm somit ein neues Genre dazu erhält und für einen (dann) Mystery-Horror-Film würde ich die Story sogar ziemlich weit oben ansetzten. Die meisten Streifen aus diesem Genre erzählen zwar eine komplette Geschichte, die ist dann oftmals jedoch nur großer Müll.

  • Licht und Schatten der Fabrik

Ganz klar, am besten gelungen ist der Look. Der gesamte Film erzeugt wirklich schöne und atmosphärische Bilder. Auch die Story würde ich eher auf der Pro-Seite sehen, besonders wenn man durch das Making-of weiß, mit welchen großen Problemen die Produzenten zu kämpfen hatten. Wirklich nicht sehr gut sind die schauspielerischen Leistungen, die leider manchmal eher unfreiwillig lustig wirken. Allerdings haben dieses Problem auch Horror-Filme, die weltweit Millionen von Dollar einnehmen und mit echten Schauspielern gedreht werden. Jedoch muss ich beim Acting solche Sätze auspacken wie „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ oder „sie waren steht’s bemüht“. Am Ende ist aber ein solider bis guter Kurzfilm entstanden, der die größten Stärken hinter der Kamera hat. Bei dem 10-Minütigen Erstlingswerk des Kanals ist natürlich noch viel Potenzial nach oben. Ich persönlich hoffe aber auf weitere Kurzfilme der Filmfabrik, bei dem die Macher vielleicht etwas mehr Zeit haben, ihre Ideen wirklich gut umzusetzen.

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