30 Wochen – 30 Filme – Nr.4

Nr.4Fragen

An diesem wunderschönen Samstag kommen wir zur der vielleicht schwierigsten Frage bis jetzt. Welchen Film möchte ich nie wieder sehen? Bei dieser Frage kann man auch wieder viele verschiedene Kriterien einbringen. Es gibt Filme die ich einfach nicht mag (Siehe letzte Woche) oder die mich einfach komplett langweilen. Aber es gibt auch in den Weiten der Filmwelt solche Streifen, vor denen dich alle warnen. Sie stehen auf Listen mit Namen wie „die schlimmsten Filme aller Zeiten“ oder „Filme, die man nicht aushält“. Ich muss ja sagen, dass mich dieses „kaum aushaltbar“-Genre auf eine gewisse Weiße fasziniert. Oftmals stellen sich diese Filme aber als gar nicht so schlimm heraus. Allerdings gibt es Ausnahmen. „Oldboy“ oder „Martyrs“ sind solche Beispiele, die einen ziemlich kalt erwischen können. Mein Antwort-Film kommt auf vielen solcher „krassester Film ever“-Listen vor und das vollkommen zu recht.

  • 1001 Filme – 1

Meine Antwort auf die oben genannte Frage kommt aber nicht nur auf Internet-Listen vor, sondern auch in dem ziemlich bekannten Buch „1001 Filme die man gesehen haben muss“. Eigentlich liebe ich dieses Buch und für mich ist es auch so eine Art „Bibel fürs Kino“. Allerdings sollte der Titel auf „1000“ gekürzt werden, denn hier wird auch „Die 120 Tage von Sodom“ empfohlen. Ja, ich habe dieses Machwerk auch schon im letzten Beitrag erwähnt und darüber gesagt, dass ich eigentlich nicht gerne über solche Filme schreibe. Hätte ich mal besser die nächste Frage gelesen, denn hier passt der Film eindeutig sehr gut. Als erstes muss ich zugeben, dass ich die gesamte Laufzeit nicht durchgehalten habe. Bei ca. der Hälfte war es mir zu viel und ich habe dann auf das Ende geschaltet. Später habe ich erfahren, dass die ungeschnittene Fassung in Deutschland indiziert ist und ich somit eine „cut“-Version gesehen habe. Ich habe wirklich keine Ahnung was da rausgeschnitten wurde und ehrlich gesagt, ich will es auch gar nicht wissen.

  • Ist das Kunst oder kann das weg?

Für alle die „Sodom“ nicht kennen: Der Film spielt in Italien im zweiten Weltkrieg, genauer gesagt in Sâlo (eine Art von Parallelstaat der italienischen, reichen Nazis). Ein paar dieser reichen Herren kaufen Männer und Frauen (teilweise sehr jungen alters) ein und bringen sie zu ihrer Residenz. Dort werden sie als Sexsklaven gehalten und müssen unfassbares über sich ergehen lassen. Auf Details möchte ich jetzt nicht eingehen, jedoch wird vieles davon so offen und direkt gezeigt, dass einem ganz gerne Mal das Frühstück wieder hoch kommt. Das Ganze basiert auf einem Buch aus der französischen Revolution. Somit ist die Geschichte also rein fiktional, aber man wird das Gefühl nicht los, dass so etwas tatsächlich im kranken Nationalsozialismus möglich war. Als „Die 120 Tage von Sodom“ ins Kino kam, gab es natürlich sehr große Proteste. Der Regisseur selbst wurde sogar kurz nach Enthüllung des Films erschossen. Seit der Premiere im Jahr 1975 streiten Kritiker, ob dieser Film hohe Kunst ist oder menschenverachtender Mist. Tatsächlich gibt es auch gute Argumente für die Kunst: Filme dürfen (und müssen!) nicht nur eine „gute Laune Welt“ verbreiten, sondern auch mal den Finger in die Wunde legen und den Zuschauer schockieren

  • Einmal und nie wieder

Natürlich ist es dem Künstler (in dem Fall dem Regisseur) frei gestellt, Perversion und Gewalt direkt und schonungslos zu zeigen oder das alles nur anzudeuten. Allerdings ist es auch dem Zuschauer frei gestellt, die künstlerischen oder die menschlichen Argumente zu betrachten. Somit ist „Die 120 Tage von Sodom“ offiziell als Kunst gekennzeichnet und das kann ich durchaus nachvollziehen. Ich persönlich brauche diese Art von künstlerischen, grotesken Film aber nicht. Niemals wieder werde ich mir dieses Werk antun und kann auch nur jedem raten das Selbe zu tun. Wer allerdings den Anspruch hat jedem Film eine Chance zu geben, um sich selber ein Bild zu machen, dem wünsche ich viel Spaß. Sagt aber nicht, ich habe euch nicht gewarnt. Meine Empfehlung ist diesen Film einfach liegen zu lassen und dafür andere französische und italienische Grotesken anzusehen. Diese sind meistens nicht nur besser anschaubar, sie sind für mich auch größtenteils einfach bessere Filme.

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