Klassik-Review: Day of the Tentacle

Klassik_DOTT

Erscheinungsjahr: 1993 (Remake: 2016)

Herkunft: U.S.A.

Entwickler/Publisher: LucasArts

Plattformen: MS-DOS, Mac (Remake: PC, PS4, PSV, IOS)

Zur Abwechslung gibt es mal in dieser Kategorie nicht eine Review zu einem alten Film, sondern zu einem großen Klassiker der Videospielgeschichte. Wobei es „Review“ gar nicht so gut trifft. Ich habe die Remasterd-Version des Originals „replayed“ und wollte nochmal wissen, ob ich ein klassisches Adventure spielen kann, ohne direkt im Internet nachzugucken. Immerhin hatte ich auch als Kind viel Spaß mit solchen Spielen und man hatte damals natürlich auch nicht direkt den Zugriff auf eine Komplettlösung. Funktioniert das Spiel heute noch und kommt das gleiche Spielgefühl wie früher auf?

  • Point, Click and Laugh

Was ist eigentlich „Day of the Tentacle“? Das Spiel ist die Fortsetzung zum großen LucasArts Klassiker „Maniac Mansion“. Anno 1987 wurde das Genre „Point & Click Adventure“ vom Entwicklerstudio neu erfunden und das damals neue „SCUMM“-System eingeführt. „SCUMM“ steht für Script Creation Utility for Maniac Mansion und war damals eine Revolution. Ab diesem Zeitpunkt konnte man kleine Sätze zusammenstellen, um sich in der Spielwelt fortzubewgen (z.B. „Nimm Tasse“ oder „Benutze Kettensäge“). Mit diesem einfachen System können sowohl in „Day of the Tentacle“, wie auch im Vorgänger, die Rätsel gelöst werden. Man klickt sich also stundenlang durch die Bilder des Spiels, versucht so weit wie möglich um die Ecke zu denken, um auf die Lösung zu kommen und im Falle des Tentakel-Abenteuers das Ganze auch noch in drei Zeitepochen. Warum das Spiel in verschiedenen Zeitaltern spielt? Nun, alles fängt damit an, das „Purpur-Tentakel“ aus einem giftigen Fluss trinkt, ihm dadurch Arme wachsen und er auf einmal die Weltherrschaft erringen will. Sein ehemaliger Kumpel „Grün-Tentakel“ schreibt daraufhin den Protagonisten des Spiels einen Hilfe-Brief. Bernard und seine zwei WG-Mitbewohner Hoagie und Laverne fahren zum verrückten Dr. Fred Edison, welcher die Giftabfälle in den Fluss abgeleitet hat. Der gleiche Professor ist auch im Besitz einer Zeitmaschine und somit können die Freunde den Tentakel aufhalten. Allerdings geht die Maschine kaputt und so landet Hoagie in der Gründerzeit und Laverne in der von Tentakeln beherrschten Zukunft, während Bernard in der Gegenwart bleibt. Ab da kann der Spaß beginnen.

  • Da kommste nie drauf!

Nun befinden sich also die drei Hauptcharaktere in verschiedenen Zeitaltern und müssen da natürlich auch irgendwie wieder raus. Hoagie muss dafür einem Edison-Vorfahren Teile für eine Batterie bringen. Das dies in der Vergangenheit nicht so einfach ist, kann man sich ja vorstellen. Auch Personen wie z.B. George Washington sind da nicht wirklich hilfreich. Laverne muss sich in der Zukunft mit den Tentakeln rumschlagen, welche Menschen wie Haustiere halten. Bernard muss währenddessen für die Zeitmaschine einen neuen Diamanten besorgen. Der Kniff ist, das man durch die Zeitmaschinen Gegenstände „spülen“ kann und somit auch den anderen helfen kann bzw. muss. Durch die gesamte Spielzeit ergeben sich so tolle Rätsel mit noch besseren Lösungen. Hier mal meine Top 3:

Platz 3: Dem Professor koffeinfreien Kaffee geben, damit dieser schlafwandelt und beim Tresor seinen Code eingibt. Natürlich muss man ihn später wieder Aufwecken, mit normalen Kaffee und einem Trichter.

Platz 2: Die alte Mumie der Edison-Familie zum Schönheitswettbewerb der Menschen „aufstylen“, mit Hilfe verschiedenster, absurder Hilfsmittel.

Platz 1: Einen Hamster ins Gefrierfach legen, damit er in der Zukunft aufgewärmt werden kann. Natürlich in der Mikrowelle! Danach noch dem Pullover geholt, welcher 200 Jahre im Trockner war und schwups! Der Hamster ist wie neu.

  • Die guten, alten Zeiten

Natürlich gibt es noch viele weitere, verrücktere Rätsel und bei vielen muss man schon ordentlich seine grauen Gehirnzellen anstrengen. Bei der ein oder anderen Knobelaufgabe hilft es jedoch auch, sein Gehirn einfach mal abzuschalten. Viel Platz für Rätsel gibt es jedoch nicht, denn die Spielzeit ist ziemlich kurz. In 4 – 5 Stunden ist man auch schon durch mit dem Spiel und das kommt tatsächlich ziemlich abrupt. Da merkt man schon, dass das Adventure schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Ebenfalls merkt man dies bei der Grafik, welches im Original gerne mal den Warnhinweis „Augenkrebs“ tragen könnte. Allerdings gibt es dafür ja das Remake, bei dem die Grafik mit viel Liebe aufgebessert wurde und trotzdem nix vom alten Charme verloren hat. MIr hat das Spiel nach nochmaligen durchspielen wieder sehr viel Spaß gemacht und ich kann jedem nur empfehlen diesen Klassiker nachzuholen. Es steht für mich auf einer Stufe mit den anderen LucasArts Adventures „Grim Fandango“, „Full Throttle“ oder „Indiana Jones“. Nur das großartige „Monkey Island“ steht bei mir noch höher im Kurs, immerhin habe ich es ja auch auf Platz 15 meiner Lieblingsspiele in einem früheren Artikel gewählt. Insgesamt bleibt ein witziges Adventure, mit absurden und manchmal zu absurden Ideen und einer leider zu kurzen Spielzeit, welcher zur kurzweiligen Unterhaltung jedoch wie geschaffen ist.

Day of the Tentacle – Wertung – 7,5 – 8 / 10

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