Review: Alien Covenant

Review_Alien

Erscheinungsjahr: 2017

Herkunft: U.S.A.

Regie: Ridley Scott

Studio: 20th Century Fox

Fünf Jahre ist es her, dass der letzte Film aus dem „Alien“-Universum in die Kinos kam. „Prometheus“ kam beim großen Publikum, sagen wir es mal auf eine nette Weiße, eher bescheiden gut an. Allerdings gibt auch bis heute große Fans der Vorgeschichte zu den Ur-Aliens. Egal auf welcher Seite man bei „Prometheus“ steht, eines muss auch der größte Optimist zugeben: Es gibt viele Fragen! Diese werden in dem neuen Teil beantwortet, aber ist der Film darum auch gut geworden?

  • Kolonialisierung mit Vollidioten

Der Film beginnt, nach einer kurzen Einführung, im Raumschiff „Covenant“. Der Android Walther läuft durch das Schiff, bevor dieses von einer Druckwelle erwischt wird. Dadurch wacht die Crew auf, welche die Aufgabe haben, 2000 Menschen auf einen neuen Planeten zu bringen. Alle wachen auch ganz normal auf, nur der Captain stirbt in seiner Kapsel und seine Frau Daniels (die spätere Hauptfigur) ist natürlich erstmal deprimiert. Während dessen bemerken die anderen ein Signal von einem fremden Planeten und riskieren einfach mal so das Leben der ganzen Kolonie, in dem sie zu diesem Planeten fliegen. Ein kleiner Trupp landet daraufhin auf der Oberfläche, mit der Hoffnung, das man in der neuen Umgebung gut überleben kann. Natürlich ist das nicht der Fall. Relativ schnell werden die ersten Crewmitglieder infiziert und einige Minuten später platzen Aliens aus den Rücken von zwei Menschen. Gerettet wird die Mannschaft von David, einer früheren Version von Walther und schon bekannt aus „Prometheus“. Zu diesem Zeitpunkt sind wir ungefähr in der Hälfte des Films. Wenn ihr auf Klo müsst oder was zu trinken holen wollt, dann ist das jetzt der richtige Zeitpunkt. Das Tempo der Story ist sowieso nicht so hoch, aber im Mittelteil steht man wirklich fast auf der Stelle. Das Mutterschiff versucht mit der Crew zu kommunizieren, die Crew versucht das selbe mit dem Raumschiff und David unterhält sich mit Walther und offenbart ihm und den Zuschauern seine persönlichen Hintergründe. Mehr will ich nicht verraten, nur das es am Ende auch einen Plottwist gibt, der erstens nicht notwendig war und zweitens sich so unfassbar laut angekündigt hat, dass es selbst den einfachsten Kinozuschauer beim Ansehen unterfordert.

  • Eine Überraschung namens Alien

Es gibt kaum eine Filmreihe wie „Alien“. Der erste Teil war ein Horror-Splatter welcher bis heute noch nachwirkt, der zweite wurde dagegen zu einem beinharten, grandiosen Actionfeuerwerk und der letzte Teil „Prometheus“ brachte noch die hohe Kunst der Philosophie dazu. Gerade letzteres spaltete das Fanlager in zwei Hälften. Die einen, welche den neuen Ansatz begrüßten und die anderen, die das alles ganz furchtbar fanden. In diesem ganzen Genre-Mix muss sich jetzt „Alien: Covenant“ einfinden. Problem dabei: Mit welchen Erwartungen geht man nun in diesem Film, wenn das Fanherz für einen der drei eben genanten Filme schlägt. Mein Vorschlag ist, am besten ohne Erwartungen ins Kino zu gehen, denn der neue Alien ist ein riesiger Kompromiss. Jedoch kennt jeder den Nachteil eines Kompromisses, nämlich dass eigentlich keiner richtig zufrieden seien kann. Die Splatter-Szenen sind zwar eklig, aber technisch nicht ganz perfekt, die Horror-Szenen sind kaum vorhanden und auch nicht so richtig wirkungsvoll und die Philosophie aus „Prometheus“ wird eigentlich nur angekratzt. Nur die Action ist ganz OK, nimmt aber auch nur einen kleinen Stellenwert ein. Zwar versucht man mit einem epischen Endkampf nochmal alles herauszuholen, aber dieser ist auch viel zu schnell vorbei und man hätte ihn auch nicht wirklich gebraucht. Der Film will alles und schafft nur sehr, sehr wenig. Dazu kommen noch ein paar Szenen, die wirklich komplett unnötig sind (ich sage nur „Flöten-“ oder „Kuss-„Szene).

  • Ein bisschen Licht am Ende des Tunnels

Das hört sich jetzt alles ziemlich niederschmetternd an. Aber ein bisschen positives gibt es dann doch. Erstmal ist die Optik wunderschön. Das Raumschiff, der Planet und auch die Aliens an sich sehen besser aus denn je. Auch die Schauspieler liefern eine großartige Leistung ab. Naja, zumindest gibt es keinen der wirklich nervt, aber ans Herz wächst einem auch keiner. Was am Ende bleibt, ist ein wenig Enttäuschung. Es wirkt so, als wäre der Altmeister Ridley Scott eingebrochen und hat seine Version von „Alien“ bzw. „Prometheus“ nicht mehr umgesetzt. Er wollte die Fans glücklich machen, kooperativ mit dem Studio arbeiten und sein Vermächtnis weiterführen. Dies alles ist nicht verwerflich, funktioniert in „Alien Covenant“ jedoch ganz und gar nicht. Trotzdem kann man sich den Film ansehen, sei es für den großartigen Look oder wenn einem die Geschichte interessiert. Für die meisten wird es aber eher eine Enttäuschung werden.

Pro:

  • Wunderschöne Optik
  • Gute Arbeit der Schauspieler
  • Fängt interessant und ruhig an

Contra:

  • Kompromiss aus den alten Alien-Filmen
  • Vorhersehbare Story
  • Crewmitglieder verhalten sich teilweise zu dumm

Wertung – Alien: Covenant – 6/10

1 Comment

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s