Review: Ghost in the Shell

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Erscheinungsjahr: 2017

Herkunft: U.S.A.

Regie: Rupert Sanders

Studio: DreamWorks

Für alle Anime/Manga-Fans gab es in dieser Woche etwas zu feiern. Zum ersten Mal traut sich Hollywood an den Stoff eines dieser großen, japanischen Werke. Seit Jahren gibt es die Gerüchte, dass die Klassiker der 80/90er Jahre (z.B. auch „Akira“) real verfilmt werden sollen. Nun ist es geschehen. Aber ist eine amerikanische Version überhaupt etwas Gutes bzw. ist sie denn notwendig? Am Ende kann man vielleicht einfach wieder den Anime gucken oder den Manga lesen und ist damit besser unterhalten. Diese Fragen gingen mir kurz vor dem Kino durch den Kopf und wurden mir in den nächsten 107 Minuten auch beantwortet.

  • Scarlett versteht die Welt nicht mehr

Fangen wir mal mit der Story an. Wäre dies hier eine Review zu dem Anime-Film von 1995, wüsste ich nicht genau was ich schreiben soll. Die komplexe und sehr offene Geschichte vereinfacht die 2017er Version extrem, so dass ein ziemlich klarer und stringenter Plot entsteht. Es geht um Major (Scarlett Johannson), deren Verstand und Geist in eine Hülle, also in einen neuen Körper, gepflanzt wurde („Ghost in the Shell“ = „Geist in der Hülle“). Sie ist die erste ihrer Art und wurde so verbessert, dass sie zu einer wichtigen Waffe der Spezialeinheit „Sektion 9“ wird. Zusammen mit ihren Mitstreitern versucht sie den Bösewicht Kuze (Michael Pitt) zu fangen. Dieser schafft es, sich in die cyber-verbesserten Menschen zu hacken. Außerdem kämpft er gegen die Robotik-Firma, welche Major erschaffen haben. Diese wiederum zweifelt immer mehr an ihrer Menschlichkeit und an der Realität. Viel mehr möchte ich zu der Story nicht sagen, aber man kann sich auf die eine oder andere Überraschung freuen. Genauso wie in der Vorlage ist die Geschichte auch eine große Stärke des Films. Es gibt nur einen großen Unterschied: Im Original hat man danach viele Fragezeichen im Kopf und eine offene Geschichte. Das hat auch den Kult um „Ghost in the Shell“ ausgemacht. Die Hollywood-Version ist eher klassisch. Die Geschichte wird aufgebaut, Fragen werden aufgeworfen, es gibt eine Auflösung und danach läuft der Abspann. Viele Fans der Vorlage wird das allerdings nicht gefallen.

  • Oh, wie schön ist dieser Film

Die zweite große Stärke des Animes bzw. des Mangas ist die Optik. Im Gegensatz zu der Story, gibt es hier eigentlich keine zwei Meinungen. Der Film sieht einfach großartig aus! An dem wunderschönen Steampunk-Look kann man sich gar nicht satt sehen. Die riesigen Werbe-Hologramme in der Stadt, die cool gestalteten Charaktere und die fantastisch inszenierten Kämpfe – das alles sind große Pluspunkte im Film. Das 3D ist auch ganz nett, wenn auch nicht überragend. Etwas schlechter sind dann die Dialoge geraten, wobei dies auch der deutschen Übersetzung geschuldet seien kann. Auf höchsten Niveau ist der Soundtrack. Dieser wirkt immer sehr atmosphärisch, auch wenn die berühmte Titelmelodie erst im Abspann zu hören ist. Insgesamt wirkt die Welt sehr organisch und zumindest die Haupt-Aktuere bekommen eine schöne Tiefe in ihrem Charakter. In all diesen Punkten muss sich die Neuauflage nicht vor dem Original verstecken.

  • Am Ende bleibt was?

Ist „Ghost in the Shell“ jetzt das Kinoticket wert? Ich finde ja! Über die komplette Laufzeit bekommt man eine schöne (wenn auch nicht ultra-komplexe) Story geboten. Die Welt wirkt wie ein großartiges Kunstwerk und muss unbedingt auf der großen Leinwand genossen werden. Von Vorteil ist es hier aber die Original-Vorlage nicht zu kennen. Die Hardcore-Fans werden diesen Film verachten und niemals genießen können. Zum Teil kann man ihnen auch Recht geben. Es ist ein Blockbuster und für das breite Publikum gemacht. Das hätte man mit der Art des Originals nicht schaffen können. Wer damit kein Problem hat und Lust auf einen Popkorn-Film der anderen Art hat, ist hier gut aufgehoben. Außerdem gibt es ja auch hier japanische Charaktere (nicht nur von der Herkunft her, sondern auch von der Art) und ein gewisser Tiefgang ist auch vorhanden. Am Ende macht „Ghost in the Shell“ sehr viel Spaß im Kino und es gibt eigentlich nur ein paar wenige Kritikpunkte. Nur wenn man es mit der original Version vergleichen will, hat die Neuauflage ein paar Probleme.

Pro:

  • Überragender Look
  • Gut geschriebene Hauptcharaktere
  • Atmosphärischer Soundtrack

Contra:

  • Plot hat mehr Potenzial
  • Dialoge etwas „hölzern“
  • Nebencharaktere bleiben blass

Wertung – Ghost in the Shell – 7,5/10

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