Review: Split

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Erscheinungsjahr: 2016

Herkunft: U.S.A

Regisseur: M. Night Schyamalan

Studio: Blumhouse / Blinding Edge

Ein neuer Psycho-Thriller-Film von dem „Twist-Meister“ Schyamalan kann man seit dieser Woche in den Kinos ansehen. Leider hat der Regisseur seit Jahren nichts mehr auf die Reihe bekommen. Sein letzter Film „The Visit“ war zwar ein Schritt in die richtige Richtung, trotzdem wartet man sehnsüchtig auf den nächsten „Sixth Sense“-Moment. Ob er es dieses Mal wieder schafft, an seine alten Erfolge anzuknüpfen? Oder kann man sich das Geld lieber für die Filme der nächsten Wochen sparen? Meine Meinung zu „Split“…

  • Die etwas andere Entführung

Die Geschichte beginnt rasant. Die drei Mädchen Casey, Marcia und Claire werden entführt und wachen in einem dunklen Raum (mit hübscher Toilette) auf. Der Kidnapper heißt Kevin (James McAvoy). Er selber hat damit aber nichts zu tun. Ein Mann mit Putzfimmel und einer Schwäche für nackte Mädchen, eine skurril, furchteinflößende Frau und ein 9- Jähriger Junge sind die Entführer der drei Damen. Dumm nur, dass diese Persönlichkeiten (zusammen mit 20 Weiteren) in Kevins Körper leben und die Kontrolle erobert haben. Während die Mädchen versuchen zu entkommen, erfahren diese was mit ihnen passieren soll: Das sogenannte „Biest“ soll sie holen. Unterdessen hat Kevins Psychologin gemerkt, dass etwas nicht stimmt und stellt Nachforschungen an. Mehr möchte ich zu der Story nicht verraten. Aber wenn man das gesammelte Werk des Regisseurs kennt, weiß man auch, dass die ganze Geschichte sich nicht ins 08/15 ausläuft. Sitzen bleiben lohnt sich übrigens! (Die letzte Szene hat es in sich)

  • Darf ich Lachen?

Was mich komplett überrascht hat, ist der Humor in den 117 Minuten. Dieser ist nämlich relativ oft vorhanden und trotz der ernsten Thematik, ist dieser Aspekt überhaupt nicht störend. Wenn sich Kevin jedoch z.B. in ein kleines Kind verwandelt und komisch redet, merkt man dem gesamten Kinosaal an, ob man jetzt nun lachen darf oder nicht. Das berühmte „Lachen bleibt im Halse stecken“. Wenn es um die Spannung geht, lässt der Film allerdings etwas nach. Zwar ist man auf die Auflösung gespannt und einzelne Szenen haben auch einen gewissen Thriller-Reiz, im großen und ganzen bedient „Split“ aber die Genre-Klischees. Dies merkt man besonders an den Nebenfiguren. Zwei der drei gefangenen Mädchen sind einseitige, langweilige Charaktere. Ebenso dient die übereifrige Psychologin nur der „einfachen“ Auflösung im letzten Drittel des Films. Dennoch entwickelt der Thriller einen nicht zu unterschätzenden Sog. Dies liegt vor allem an dem Hauptdarsteller James McAvoy. Sein „Kevin“ ist zwar kein Hannibal Lecter, aber man nimmt ihm den Psychopathen vollkommen ab. Schade ist es nur, dass man von den 23 Persönlichkeiten nur 5-6 sieht. Zweites Highlight ist Anya Taylor-Joy, welche das ruhige Mädchen Casey spielt. Deren Geschichte wird mit Rückblicken erzählt und damit bekommt der Charakter eine gewisse Tiefe. Sie ist die einzige, um die sich der Zuschauer ernsthaft Sorgen macht und mitfiebert.

  • Mehr als nur Standart

Cineastisch kann man dem Film nix vorwerfen. Der Look ist solide und gerade in den Szenen mit den Gefangenen schön „Thriller-„mäßig (also erdrückend, dreckig). Auch über Sound und Bild lässt sich nicht meckern. Außerdem muss man dem Regisseur zur Gute halten, dass er sich lange zurück hält mit seiner Bildsprache und mit der Geschichte. Die einen sagen dazu „Längen“, ich nenne es in diesem Fall eher gutes „Storytelling“. Ebenso wird einem die Auflösung nicht mit dem Hammer in den Kopf gehauen, sondern wenigstens etwas schleichender erzählt. All dies ist nicht auf höchstem Meisterwerk-Niveau, aber immerhin über dem normalen Kino-Standard. „Split“ hat das Herz am richtigen Fleck. Ich finde man merkt, dass alle Beteiligten Bock auf den Film hatten. Auch die Logik macht innerhalb des Film-Universums Sinn und nimmt sich selber Ernst. Ein Detail, welches bei vielen Filmen fehlt. Am Ende wurde ich fast zwei Stunden gut unterhalten. James McAvoy ist in Höchstform und spielt sich in einen (nicht nur) sprichwörtlichen Rausch. Allein für ihn lohnt sich das Kinoticket. Außerdem empfehle ich „Split“ als Einstiegsfilm für Psychothriller, aber auch für das Werk von M. Night Schyamalan. Wer mit beidem noch keine Berührungspunkte hatte, kann ja mal rein schnuppern. Alle anderen schrauben ihre Erwartungen etwas runter und können dann auch viel Spaß im Kino haben.

Pro:

  • James McAvoy´s großartige Leistung
  • Humorvolle Parts im Mittelteil
  • Interessante Story und Charaktere

Contra:

  • Nebendarsteller bleiben blass
  • Ein paar Übertreibungen am Ende
  • Inszenierung „nur“ standardmäßig

Split – Wertung – 7,5/10

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