No Man´s Sky: Ein Reisebericht

Review_Nomanssky

Erscheinungsjahr: 2016

Herkunft: Großbritannien

Entwickler: Hello Games

Publisher: Sony, Hello Games

Plattformen: PS4, PC

Ladevorgang. Viereck-Taste gedrückt halten. Ich wache auf und schaue mich um. Der gesamte Planet liegt mir zu Füßen und ein kaputtes Raumschiff neben mir. Ich spiele „No Man´s Sky“ erst ein paar Minuten und schon bin ich komplett gefangen in dieser Welt bzw. in diesem Universum. Aber trägt sich dieses Hype-Gefühl über mehrere Stunden oder ist das Spiel genauso leer wie das All. Es folgt ein Reisebericht durch meine ersten Nächte in „No Man´s Sky“.

  • Wo? Wer? Was? Wie?

Viel Zeit zum Staunen habe ich auf meinem ersten Planeten nicht. Mein Blick fällt auf die Anzeige der Radioaktivität. Auf der Skala steht 6,2. Viel oder wenig? Als der Balken 10min später schon weit unten ist, weiß ich, es ist gar nicht mal so wenig. Weiter streifen die Blicke über den Bildschirm. Lebensanzeige, alles klar. Waffenpower, alles klar. Es kann los gehen! Ähhm, aber wohin? Das Spiel sagt einem so gut wie nix. Kein Tutorial, kein NPC mit nützlichen Tipps oder ein kompaktes Handbuch. Die größte Aufgabe von „No Man´s Sky“ ist das Erkunden. Das gilt für Rohstoffe, Quests und auch für das Gameplay. Aber jetzt will ich erstmal Action! Ich hol meine Waffe raus und schieße auf einen Felsen bzw. etwas felsenartiges. Das erste Eisen ist eingesammelt. Ich farme weiter den Planeten ab. Hier mal etwas Kohlenstoff, da mal etwas Plutonium. Doch auf einmal schiesst jemand auf mich. Tiere mit Gatling-Gun oder ein wütender NPC? Nein, ein Wächter (kleine fliegende Kugeln) möchte nicht, dass ich weiter Rohstoffe sammel. Nach ein paar erfolglosen Schussversuchen nehme ich die Beine in die Hand und flüchte. Über einen großen Felsen mit dem Jetpack rüber und dann ein kurzer Sprint. Die Flucht war erfolgreich und ich sehe den Wächter nicht mehr. Allerdings das Raumschiff auch nicht mehr. Egal, da kümmere ich mich später drum. Erst einmal geht die Erkundungstour weiter. Ich sehe die ersten Tiere. Eine Mischung aus Kamel und Känguru beschreibt diese Wesen am besten. Doch eine Frage stellt sich direkt: Freund oder Feind? Zum Glück finde ich die Scanner-Funktion und kann erleichtert aufatmen. Freund! Ich entdecke immer mehr Rohstoffe, Höhlen und komische Wesen. Eine Tierart ist sogar gefährlich. Bei meinem Glück sind das natürlich kleine, springende Mistviecher, die man kaum mit der Waffe treffen kann. Ich wandere immer weiter und auf einmal schaue ich auf meine Anzeige. Die Radioakivität halte ich nicht mehr lange aus und die Gesundheit liegt bei 25%. Meine Schilde wurden durch die Tierwelt stark beschädigt und meine Waffe ist so gut wie leer. Was nun? Zum Glück entdecke ich eine weiße Anzeige. Ich folge dieser und finde endlich mein Raumschiff. Erstmal eine Pause einlegen und das Inventar (welches natürlich schon so gut wie voll ist) sortieren.

  • Langeweile oder Spielfluss?

Während der kleinen Kaffeepause im Raumschiff habe ich auch die Namensvergabe-Funktion entdeckt. Ich benenne mein Sonnensystem nach meinen Lieblingsanime. Somit wurde das One-Piece-System geboren. Erster Planet wird natürlich nach Gummimensch Luffy benannt. Ich fange an die Wesen, Pflanzen und Steine lustig zu benennen. Nach etwa 10 Namensgebungen höre ich allerdings auf und entscheide mich dafür, nur die Planeten, Systeme und Monde zu benennen. Jetzt geht es aber wieder raus aus dem Raumschiff und die Tour de Luffy Nr. 2 kann beginnen. Ich folge der Anzeige mit dem grünen Fragezeichen und erreiche eine Station. Ein Alien begrüßt mich (oder so ähnlich) und ich kann ab sofort die Gebiete freischalten, benennen und hochladen. Außerdem finde ich ein paar seltene Rohstoffe. Diese würde ich auch gerne mitnehmen, doch leider ist mein Inventar, sowohl im Rucksack, als auch im Raumschiff, voll. Wie gesagt, dass Spiel erklärt dem Spieler nix und somit habe ich keine Ahnung welche Rohstoffe ich brauche und welche nur zum verkaufen sind. Schnell beschließe ich jedoch den Planeten zu verlassen und nur noch die Elemente zu sammeln, die ich dafür brauche. Ein paar kaufe mir auch einfach in einer Station. Ich habe jetzt ca. drei Stunden gespielt und merke, dass alles wichtige als Anzeige erscheint. Also Kopfhörer auf die Ohren und eine neue Folge meines Lieblingspodcastes angemacht. Das hört sich jetzt schlecht an oder das schon nach kurzer Zeit Langeweile einkehrt. Ich mag aber solche Spiele, bei denen man auch mal ein Youtube Video nebenbei anmachen kann, ohne etwas wichtiges zu übersehen. Nach kurzer Zeit ist mein Raumschiff einsatzbereit und ich starte in die Weiten der Galaxie.

  • Jetzt geht es erst richtig los!

Ich drücke voll auf das Gaspedal und verlasse schnell die Atmosphäre. Endlich bin ich im Weltraum und kann mich völlig frei in diesem bewegen. Dieser Moment ist einfach unbeschreibbar. Für alle die schon Games gespielt haben wie „Elite“ wird dieses Gefühl nix neues sein. Für mich war es einfach nur überwältigend. Allein dafür hat sich der Kauf schon gelohnt. Aber „the show must go on“. Ich halte bei einer Raumstation und kann endlich mein Inventar aufstocken. Um einen, ganzen Slot! Weiter geht es zum nächsten Planeten. Gerne hätte ich diesen der Logik nach „Zorro“ genannt, doch dieses unglaublich gemeine Wort ist auf der Sperrliste. Warum auch immer. Egal, dann lande ich halt auf Sanji. Der Planet besteht aus vielen kleinen, gelb-grünen Landmassen. Allerdings merke ich schon hier, dass sich einiges wiederholt. Nicht nur die Abläufe (Ressourcen sammeln, upgraden und alles scannen), sondern auch manche Gebilde wiederholen sich schon auf dem 2. Planeten. In den weiteren Stunden entdecke ich noch einen Mond, erkunde verschiedene Raumschifffrackteile und fliege mit dem Hyperantrieb durch das All. Aber ist „No Man´s Sky“ jetzt ein gutes Spiel oder eher nicht? Hier eine kleine persönliche Pro und Contra Liste:

Pro:

  • Unglaubliche Planeten, Strukturen und Wesen die einen immer mal wieder überraschen
  • Spielmechanik funktioniert gut und ist schnell erlernbar
  • Erkundungstours können leicht süchtig machen
  • Das Spiel lässt einen frei erkunden und nimmt einen nicht „bei der Hand“

Contra

  • Alle Spielmechaniken wiederholen sich sehr schnell
  • Keine Story oder wirkliches Ziel
  • Leider relativ wenig Inhalt im riesigen Universum

Sollte man sich jetzt das Spiel kaufen oder nicht? Ich bin der Meinung das es ein klassisches „you love it or you hate it“ – Game ist. Lest euch die vielen Tests und Meinungen durch und entscheidet dann. Das kleine Entwicklerteam „Hello Games“ und ihr sehr ambitioniertes Projekt sollte man aber aufjedenfall unterstützen, wenn man sich für „No Man´s Sky“ interessiert. Allerdings haben die Entwickler schon ein paar Patches angekündigt, die etwa ein „Basenbau“-System einführt. Die Möglichkeit das Spiel nach einer Preissenkung zu kaufen, ist jedoch auch eine gute Option.

Habt ihr „No Man´s Sky“ schon gespielt, wartet ihr noch oder interessiert es euch gar nicht? Schreibt mir gerne eure Meinung.

 

 

 

 

 

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